Österreich

Hier schießt Bankräuber seine Opfer nieder

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:13

Bei einem Banküberfall in Wien-Meidling sind am Mittwochvormittag zwei Menschen durch Schüsse verletzt worden. Der Einzeltäter ballerte laut Zeugenaussagen auf der Flucht um sich. Die Polizei zahlt für Hinweise Euro 2.000.

Bei einem Banküberfall in Wien-Meidling sind am Mittwochvormittag zwei Menschen durch Schüsse verletzt worden. Der Einzeltäter ballerte laut Zeugenaussagen auf der Flucht um sich. Die Polizei zahlt für Hinweise Euro 2.000.

Eine 21-jährige Bankangestellte erlitt laut Polizei und Wiener Berufsrettung einen Steckschuss im rechten Oberschenkel. Der etwa 31-jährige Sicherheitsmann wurde durch zwei Bauchschüsse niedergestreckt - eine der Kugeln traf danach die Bankangestellte. Der Schwerverletzte wurde vom Notarzthubschrauber Christophorus 9 in ein Spital geflogen, er befindet sich in Lebensgefahr. Stundenlang operierten die Ärzte, am Abend war der Angeschossene noch immer im OP.

Als der Täter aus der Bank lief, soll er noch einmal auf den Sicherheitsmann gezielt und abgedrückt, ihn zum Glück jedoch verfehlt haben. Im Geldinstitut in der Koppreitergasse waren laut Rettung noch weitere vier Personen anwesend. Sie wurden von der Wiener Berufsrettung psychologisch betreut.

Täter schoss auch Trafikfenster ein

Der Täter ist weiter flüchtig. Der Unbekannte dürfte beim Davonrennen auch zwei Mal in das Schaufenster einer Trafik, die um die Ecke der Bank Austria in der Tanbruckgasse gelegen ist, geschossen haben. Das Geschäft war zum Zeitpunkt des Überfalls glücklicherweise geschlossen.

Laut einer Augenzeugin war der Mann von kräftiger Statur und mit einem Vollvisierhelm sowie einer grellorangen Warnweste bekleidet. Der Tatort in unmittelbarer Nähe der U6-Station Philadelphiabrücke wurde großräumig abgesperrt. Ein Polizeihubschrauber kam bei der Fahndung zum Einsatz. Die Spurensicherung hatte ihre Arbeit aufgenommen. Passanten beobachteten die Vorgänge.

Zudem war, wie Bank Austria-Sprecher Matthias Raftl  berichtete, der Leiter der Securityabteilung des Geldinstituts mit seinem Team an Ort und Stelle, um die Behörden zu unterstützen.

Geld gegen Hinweise

Der Täter ist laut Polizei männlich, circa 1,80 groß und schlank. Beim Überfall war er mit einem grauen Arbeitsoverall und einer orangefarbenen Warnweste bekleidert und hatte einen silberfarbenen Vollvisierhelm auf. Er war mit einer schwarzen Pistole bewaffnet, trug Handschuhe und sprach Deutsch mit vermutlich jugoslawischen Akzent. Alle Hinweise geben Sie bitte an das Landeskriminalamt Wien, unter der Telefonnummer 01 31310 DW 33800

Lesen Sie weiter: Überfälle in Wien mit Schüssen

34 Überfälle auf Banken sind im vergangenen Jahr in Wien verübt worden, 2011 waren es sogar 47. Vergleichsweise gering ist die Zahl der Fälle, in denen bei Überfällen auf Banken und Postämter in den vergangenen Jahren Schüsse fielen. Im Folgenden einige Fälle:


   25. Februar 2008: Einer von drei Tätern schießt bei einem Überfall auf ein Postamt in Ottakring dreimal in die Decke.
   29. Februar 2008: Ein als Cowboy verkleideter 58-Jähriger überfällt eine Bank-Austria-Filiale in Floridsdorf und gibt aus einer Winchester zwei Schüsse ab, einer davon gilt einem Bankmitarbeiter. Das Projektil bleibt in einem Compter vor dem Angestellten stecken.
   26. September 2006: Die Sicherheitsbeauftragte einer Bank in der City überwältigt einen maskierten älteren Mann, ehe dieser einen Überfall verüben kann. Aus seiner Gaspistole löst sich ein Schuss.
   20. September 2006: Bewaffnete Täter überfallen eine Erste-Bank-Filiale in Mariahilf und feuern auf der Flucht auf einen Radfahrer, der sie verfolgt. Die Projektile verfehlen den Mann knapp.
   24. Februar 2003: Knapp jenseits der Stadtgrenze, in Gerasdorf, erschießt der Täter nach einem Überfall den Vater an einer Bankangestellten, der ihn an der Flucht hindern wollte. Der pensionierte Lehrer wird vier Mal getroffen.
   13. Dezember 2002: Ein Räuber gibt bei einem Überfall auf eine BA-CA-Filiale in der Brigittenau einen ungezielten Schuss auf einen Kunden ab, der gerade in die Bank kam. In diesem Fall wurde niemand verletzt.
   11. Dezember 2002: Bei einem Überfall auf eine Filiale der CA-BA im Bezirk Alsergrund drängt der Täter eine Angestellte zum Tresorraum und fügt ihr einen Oberschenkel-Durchschuss zu, ehe er ohne Beute flüchtet.
   Zwei spektakuläre Fälle aus den 1990er-Jahren:
   14. Juni 1993: Nach einem Überfall in Döbling erschießt der Täter auf der Flucht einen jungen Polizisten und verschanzt sich mit Geiseln in einem Kindermodengeschäft, die er schließlich freilässt. Nach mehrstündigen Verhandlungen mit dem Täter wird ein Polizeioberst angeschossen. Die Polizei stürmt das Geschäft, der Täter begeht Selbstmord.
   2. Jänner 1990: Bei einem versuchten Überfall auf einen Geldtransport vor dem Postamt Schallergasse in Meidling kommen drei Menschen ums Leben. Ein Postbediensteter und ein Täter werden erschossen, ein zweiter Räuber begeht, von einem Polizisten angeschossen, Selbstmord. Der ebenfalls angeschossene Polizist überlebt mit schweren Verletzungen.

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