Österreich

Hier trifft die kleine Gerlinde ihre große Patin

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:03

Österreichs berühmteste Bergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner hat seit Dienstag eine kleine Namensschwester, die ihr in luftigen Höhen den Schneid abkauft. Die "kleine" Gerlinde ist ein Bartgeiernweibchen und die "große" Schwester hat im Tiergarten Schönbrunn ihre Patenschaft übernommen.

Österreichs berühmteste Bergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner hat seit Dienstag eine kleine Namensschwester, die ihr in luftigen Höhen den Schneid abkauft. Die "kleine" Gerlinde ist ein Bartgeiernweibchen und die "große" Schwester hat im Tiergarten Schönbrunn ihre Patenschaft übernommen.

Gerlinde 2 wurde am 28. Februar in Schönbrunn geboren und genoss bisher ihre Kindheit bei ihren Bartgeier-Eltern. Doch schon bald soll die kleine Überfliegerin in den französischen Westalpen ausgesiedelt werden. Dafür sorgt Hans Frey, der wissenschaftliche Leiter der Eulen- und Greifvogelstation (EGS) in Haringsee, der gleichzeitig auch Leiters des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Bartgeier ist. Das Bartgeier-Weibchen wird mit einem GPS-Sender versehen. So können die Wissenschafter Gerlinde immer im Auge behalten.

"Ich freue mich, die Patin der kleinen Gerlinde zu sein", sagt Gerlinde Kaltenbrunner. "Es ist unglaublich wichtig, dass diese schönen Tiere die Chance bekommen, ein Leben in Freiheit zu führen. Ich bin stolz, ein solches Projekt unterstützen zu können." Tiergartendirektorin Dagmar Schratter meint dazu: "Dass der Bartgeier als Art überleben konnte, ist nicht zuletzt den Zoos zu verdanken. Zuchterfolge und Forschung im Alpenzoo Innsbruck haben den Anstoß zur Wiederansiedelung gegeben, die 1986 mit der Freilassung der ersten jungen Bartgeier im Nationalpark Hohe Tauern begann. Seither wurden rund 200 Vögel ausgewildert, die ihrerseits wieder für Nachwuchs sorgten."

Der größte Vogel Europas, für die größte Bergsteigerin Österreichs

Der Bartgeier ist mit einer Flügelspannweite von bis zu drei Metern der größte Vogel Europas. Er war einst in fast allen Gebirgen Südeuropas und in den Alpen beheimatet. Obwohl er ein harmloser Aas- und Knochenfresser ist, wurde ihm nachgesagt, er würde Gämsen und Lämmer reißen und selbst vor Kindesraub nicht zurückschrecken. So wurde aus dem Bartgeier ein „Lämmergeier“, der gnadenlos verfolgt wurde und Ende des 19. Jahrhunderts im Freiland ausgerottet war. 

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