Hier wird Gesundes günstig und Ungesundes teurer

In acht niederländischen Supermärkten wird Gemüse und Obst für ein Jahr lang günstiger.
In acht niederländischen Supermärkten wird Gemüse und Obst für ein Jahr lang günstiger.Getty Images/iStockphoto
Supermärkte in den Niederlanden starten jetzt ein Experiment: Mittels ein paar Maßnahmen sollen sich Kunden künftig gesünder ernähren.

Nicht nur, dass ungesunde Lebensmittel mit ihren großen Mengen an Fett, Salz und Zucker meistens besser schmecken, sie sind auch günstiger. Unglaublich, aber wahr: Die Zutaten für einen simplen Salat kosten manchmal mehr als drei Tiefkühlpizzen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Kunden viele ungesunde Produkte kaufen. Dem will jetzt die niederländische Supermarktkette Coop entgegenwirken.

In acht Filialen des Landes will man für ein Jahr lang ein ganz spezielles Experiment wagen: Gemüse, Obst und gesunde, möglichst unverarbeitete Produkte werden billiger, Ungesundes und Kalorienreiches wird teurer. Zudem tauschen die Waren ihre Plätze im Regal, sprich die gesunden Lebensmittel werden auf Augenhöhe platziert.

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Schilder weisen auf gesunde Produkte hin

Auch im Kassenbereich wird das Sortiment verändert: Statt Snacks und Zigaretten werden hier Knabbereien wie ungesalzene Nüsse angeboten. Und überall neben empfehlenswerten Produkten prangt ein Sticker am Regal, der einen nach oben gereckten Daumen zeigt. Ob diese Taktik tatsächlich dazu führt, dass sich die Kundschaft gesünder ernährt, sollen Wissenschaftler herausfinden. 

Die Forscher haben dabei die Freiheit, Preise jederzeit zu verändern und anzupassen. "Wir bieten die ungesünderen Käsesorten etwas teurer und die gesünderen etwas billiger an. Mit einem Schild machen wir auf die vorübergehende Preissenkung aufmerksam. Es ist einzigartig, dass wir dies als Forscher tun dürfen", erklärte Josine Stuber, die Teil des wissenschaftlichen Projektteams ist, gegenüber der niederländischen Zeitung "AD".

Gesundheitschecks bei Kunden

Alle acht Märkte, die sich an dem Experiment beteiligen, liegen in Stadtvierteln, in denen vorrangig Menschen leben, die wenig verdienen und häufig gesundheitliche Probleme haben. 115 von ihnen haben sich bereit erklärt, regelmäßig ihre Einkäufe im jeweiligen Coop-Markt zu erledigen und von den Wissenschaftlern Blutdruck, Cholesterin und Taillenumfang untersuchen zu lassen. "Wir hoffen, nach einem Jahr eine kleine Verbesserung zu sehen. Das würde bedeuten, dass solche Anpassungen der gesamten Bevölkerung langfristig große gesundheitliche Vorteile bringen würden", sagt Stuber.

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