Hier zerquetscht Sima illegale Wettautomaten

Stadträtin Ulli Sima und Dietmar Klose, Leiter der MA 36 besuchten die MA 48 bei der Zerstörung von illegalen Wettautomaten.
Stadträtin Ulli Sima und Dietmar Klose, Leiter der MA 36 besuchten die MA 48 bei der Zerstörung von illegalen Wettautomaten.Bild: PID/Martin Votava

Für 50 illegale Wettautomaten war heute kein Glückstag. Sie wurden im Zuge der schärferen Kontrollen durch die Stadt beschlagnahmt und fachgerecht zerstört.

Bereits zum dritten Mal hieß es heute wieder "Rien ne va plus" für 50 illegale Wettautomaten, die im Flachbunker des Abfalllogistikzentrums der MA 48 in Simmering vernichtet wurden. Zeugin der Zerstörung war mit sichtlicher Genugtuung die für Wetten zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ). Sie künftig an, in der Sache keinen Deut nachgeben zu wollen: "In Wien gibt es keinen Platz für illegale Wettlokale. Mir geht es vor allem um den Jugendschutz, daher werden wir unseren Kampf gegen illegales Wetten auch 2020 konsequent fortsetzen".

Der Zerstörung der Automaten gehen in den meisten Fällen langwierige Rechtsverfahren voran, da von den Besitzern gegen Beschlagnahmungen gerne bis zum Höchstgericht geklagt wird. In den aktuellen 50 Fällen lag die rechtskräftige Entscheidung vor, somit war der Weg für die Zerstörung der Wettautomaten frei. Bei anderen Automaten laufen die Verfahren noch, nach Abschluss der Verfahren erfolgt auch deren Vernichtung.

Bevor die Maschinen die Wettautomaten in die Mangel nahm, wurden die Automaten in ihre Einzelteile zerlegt. So können die Komponenten, etwa Elektronikteile der fachgerechten, getrennten Entsorgung übergeben werden.

Zahl illegaler Automaten geht durch Kontrollen zurück

Die strengeren Kontrollen durch Stadt und Polizei zeigen offensichtlich Wirkung. Insgesamt hat die Stadt bei gemeinsamen Razzien mit der Polizei seit 2015 bereits 652 Automaten beschlagnahmt.

"Im Jahr 2015 haben wir noch über 230 illegale Wettautomaten beschlagnahmt, im Vorjahr waren es nur noch halb so viele", freut sich Sima. Alleine im letzten Jahr wurden im Rahmen der zehn gemeinsamen Schwerpunktaktionen von Stadt Wien und der Landespolizeidirektion Wien 96 Lokale überprüft. Neun davon wurden behördlich gesperrt. Insgesamt wurden 116 Wettautomaten und technisches Equipment sowie rund 36.000 Euro an Bargeld beschlagnahmt. Außerdem wurden 54 Anzeigen und 5 Organmandate der MA 59 (Marktamt) gelegt. Eine Person wurde festgenommen.

Hintertür für Wettanbieter im Ausland geschlossen

Ein großer Erfolg gegen illegales Wetten ist für Sima das jüngste Urteil des Verwaltungsgerichts. Demnach benötigen alle Wettanbieter, die in Wien Wetten anbieten, eine landesrechtliche Genehmigung – unabhängig davon, wo auf der Welt sie ihren Firmensitz haben. "Die bisher gängige Praxis, ohne landesrechtliche Genehmigung, Wetten in Wien vom Ausland aus zu vermitteln, ist demnach illegal", unterstreicht die Stadträtin. Anlass war der Fall eines bekannten Wettunternehmens, das in Wien Wetten vermittelt hat, dessen Wettanbieter aber im Ausland saß und keine landesrechtliche Genehmigung besaß.

(Video: Stadt Wien)

Schärferes Wiener Wettengesetzes für mehr Jugendschutz

Das Verbot des Kleinen Glückspiels im Jänner 2015 führte laut Stadt Wien zunehmend zu einer Verlagerung vom Glückspiel auf Sportwetten. Neue Wettlokale seien damals wie "Schwammerl aus dem Boden" geschossen – ohne die erforderlichen landesrechtlichen Genehmigungen. Die Stadt reagierte auf diese negative Entwicklung rasch mit dem neuen Wettengesetz mit strengerem Jugend- und Spielerschutz. Das neue Gesetz löste das 100 Jahre alte aus dem Jahr 1919 ab, es brachte strenge Vorgangsweisen gegen illegale Wettlokale und strikte Sanktionen bei Verstößen. Zugleich wurde auch die Besteuerung der Wettterminals neu geregelt, seither werden pro Wettterminal 350 Euro pro Monat eingehoben.

Strenge Kontrollen mit Erfolg

Das strenge Vorgehen und die intensiven, unangekündigten Kontrollen der Abteilung für Sofortmaßnahmen und der MA 36 der Stadt Wien gemeinsam mit Exekutive und Finanzpolizei zeigen für Sima breite Wirkung: "Das Gesetz wirkt sich sehr positiv aus, die Entwicklungen sind erfreulich. Ganze Straßenzüge verändern ihr Gesicht, Geschäfte und Gastronomie entstehen dort, wo früher nur düstere Wettlokale zu finden waren. Die Anrainerinnen und Anrainer schätzen die Entwicklung und wir werden unseren Weg konsequent weitergehen. Zum Schutz der Jugendlichen und Spieler und im Sinne des Stadtbildes", betont die Stadträtin.

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