Hietzinger Verein kämpft gegen die Verbindungsbahn

Der Verein "Keine Teilung Hietzings durch die Verbindungsbahn Neu" bereitet sich im Rahmen der bereits gestarteten Umweltverträglichkeitsprüfung auf den Kampf gegen die Verbindungsbahn Neu vor. Im Bild die Vorstandsmitglieder (v.l.n.r.) Alice Bader,  Rechtsanwalt Stephan Messner und Hellia Mader-Schwab.
Der Verein "Keine Teilung Hietzings durch die Verbindungsbahn Neu" bereitet sich im Rahmen der bereits gestarteten Umweltverträglichkeitsprüfung auf den Kampf gegen die Verbindungsbahn Neu vor. Im Bild die Vorstandsmitglieder (v.l.n.r.) Alice Bader,  Rechtsanwalt Stephan Messner und Hellia Mader-Schwab.verbindungsbahn-wien.at
Nach Bekanntmachung der UVP bleibt sechs Wochen Zeit für Gegenstellungnahmen. Ein im August gegründeter Verein bereitet sich schon jetzt darauf vor. 

Seit Jahren wird um die Verbindungsbahn in Hietzing gestritten. Während die ÖBB mit dem Ausbau des S80-Abschnittes zwischen Meidling und Hütteldorf das Öffi-Angebot erweitern wollen, fühlen sich viele Anrainer überfahren. Sie fürchten Baulärm und ein "Durchschneiden" des Bezirks. Um dagegen vorzugehen wurde Ende August der neue Verein "Keine Teilung Hietzings durch die Verbindungsbahn Neu" gegründet. Dieser will nun im Rahmen der Ende Oktober gestarteten Umweltverträglichkeitsprüfung für die Anliegen der Bewohner kämpfen. 

Hinter dem Verein stehen der Rechtsanwalt Stephan Messner und die Hietzingerin Hellia Mader-Schwab. Die Vereinsgründung verfolgt das Ziel, die Einsprüche im Zuge der UVP vorzubereiten, gezielte Öffentlichkeitsarbeit zu machen und um weitere Mitglieder zu werben. 

Statt einer Hochtrasse kommt jetzt nur eine Brücke, aber auch dagegen regt sich Widerstand.
Statt einer Hochtrasse kommt jetzt nur eine Brücke, aber auch dagegen regt sich Widerstand.ÖBB

Verein muss 200 Unterschriften in sechs Wochen sammeln

Laut dem "Kurier" sind die für UVP nötigen Unterlagen bereits im zuständigen Infrastrukturministerium eingelangt und werden nun dort im Rahmen einer Vorprüfung auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Sobald die UVP kundgemacht wird, will der Verein bereit sein. Denn ab diesem Zeitpunkt bleibt den Anrainern eine Frist von sechs Wochen, um 200 Unterschriften zu sammeln, die die Einwände und Sorgen gegen das Projekt betreffen. "Es geht jetzt darum, Argumente zu sammeln und alles vorzubereiten, damit wir schnell die nötigen Unterschriften zusammen haben", wird Messner im "Kurier" zitiert. Das Einbringen einer Stellungnahme wird aus heutiger Sicht von Anfang März bis Ende April 2021 möglich sein. 

Unterstützung erhält der streitbare Verein von Bezirkschefin Silke Kobald (ÖVP). Auch sie ist in der Vergangenheit deutlich gegen die neue Verbindungsbahn aufgetreten. Inhaltlich kritisieren er und seine Mitstreiter drei Punkte. Erstens, die Hochtrasse. Ihr Bau komme einer „nachhaltigen Zerstörung des Hietzinger Ortsbildes“ gleich, so der Verein. Zweitens, die Schließung von zwei Bahnübergängen für Autos. Das werde Stau nach sich ziehen. Und drittens, den Güterverkehr. Diesen durchs Wohngebiet zu führen, sei gefährlich.

Bezirkschefin Kobald unterstützt Protest-Verein

Unterstützung kommt von Bezirkschefin Silke Kobald (ÖVP), die ihrerseits eine vehemente Kritikerin des Projekts ist. Da der Bezirk in dem Verfahren aber keine Parteienstellung hat, stellt sie sich hinter die Anrainer: "Die Verbesserung der Intervalle im 15-Minuten Takt auf der S80 begrüße ich ausdrücklich, aber nicht in Hochlage und nicht mit der Sperre von drei Querungen für den Motorisierte Individualverkehr. Es ist im 21. Jahrhundert nicht zeitgemäß, im dicht besiedelten Stadtgebiet mitten in der Sichtachse zwischen Schönbrunn und dem Schloss Ober Sankt Veit eine Bahnstrecke, die für den Güterverkehr intensiv genutzt werden soll, in Höhe des 2. Stocks vor den Fenstern der Anrainer zu errichten. Eine Tieferlegung in einem Bahngraben ca. 1-2 Meter unter Straßenniveau muss möglich sein und erlaubt den Erhalt der Querungsmöglichkeiten. Die aktuellen Pläne würden die Lebensqualität in Hietzing für die kommenden Jahrzehnte massiv beeinträchtigen, das lehne ich ebenso wie viele Hietzingerinnen und Hietzinger entschieden ab", so Kobald in einer Stellungnahme an "Heute".

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