Steiermark

Hilferuf! Problem-Häftlinge bringen Wärter ans Limit

Personalprobleme und wechselndes Insassenklientel machen der Justizwache in Graz zu schaffen. Nun schlagen Personalvertreter Alarm.
Clemens Pilz
04.07.2023, 17:11
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Zu den Aufgaben der Justizwachebeamten gehört es nicht nur, Insassen einzusperren und zu überwachen. Auch deren sinnvolle Beschäftigung soll gewährleistet werden. Doch dem könne man zunehmend nicht mehr nachkommen, warnt nun Personalvertreter Mario Raudner.

25 Plandienststellen würden in der Justizanstalt Graz-Jakomini derzeit fehlen. Dieses führe dazu, dass die Insassen nicht in den Anstalts-Werkstätten wie der Schuhmacherei, der Gärtnerei oder der Buchbinderei arbeiten können. "Der Trend geht dorthin, dass die Werkstätten immer mehr geschlossen sind. Dadurch müssen die Insassen in den Abteilungen bleiben. Die Arbeit wäre zwar da, aber der Beamte, der das Ganze bewacht oder die Insassen beschäftigt, der fehlt, weil er in andere Bereiche abgezogen wird oder schlicht und einfach nicht da ist", so Raudner.

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Immer mehr Problemhäftlinge

Die Urlaubssaison würde die angespannte Personalsituation aktuell noch verschärfen. Zudem habe sich das Insassenklientel in den vergangenen 20 Jahren stark verändert. Unter den rund 650 Insassen gäbe es immer mehr problematische Häftlinge und viele verschiedene Kulturen, wodurch Spannungen entstehen. Wachpersonal müsse dem Rechnung tragen und nur noch lebensnötige Bereiche wie die Küche können offen sein.

Auf Hilferuf nicht reagiert?

Nach einem Hilferuf im Vorjahr habe man das Versprechen bekommen, dass es Gespräche geben werde. Die hätten aber nie stattgefunden. Man fühle sich nicht wahrgenommen: "Da wird man immer wieder angeredet von Ministerium und Generaldirektion, dass eigentlich alles passt. Es passt nichts. Die Fakten liegen am Tisch. Und wir haben wir eine Anstaltsleitung, die das alles negiert, die sagt, es muss trotzdem gehen und das ist für unsere Leute einfach eine große Belastung geworden. Die kommen zu uns und sagen, sie können nicht mehr und sie mögen nicht mehr."

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