Die Schweizer Firma "Relief Therapeutics" stellt eigentlich ein Mittel her, das gegen erektile Dysfunktion hilft. Offenbar soll der Hauptwirkstoff dieses Mittels auch das Potential besitzen, schwer am Coronavirus erkrankte Menschen zu behandeln. Es verhindert, dass Infizierte an die Beatmungsmaschine angeschlossen werden müssen – oder sorgt dafür, dass sie innerhalb weniger Tagen nicht mehr auf sie angewiesen sind. Das schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung.
"Wir sind zuversichtlich, dass die Behandlung mit Avitptadil nicht nur Personen helfen wird, die Beatmungsgeräte brauchen. Auch Personen, die sich in einem früheren Stadium des Krankheitsverlaufs befinden, könnten davon profitieren", sagt Jonathan Javitt, CEO von "NeuroRX", einer US-Firma, die eng mit "Relief Therapeutics" zusammenarbeitet.
Die klinischen Tests beginnen erst im September. Bereits jetzt aber hat "Relief Therapeutics" das beschleunigte erweiterte Zulassungsverfahren für Avitpadil in den USA erhalten. Die Hoffnung: Der Wirkstoff Aviptadil, der den Blutfluss durch den Penis fördert, könnte auch zu einer Verbesserung des Blutsauerstoffs bei Corona-Infizierten führen, deren Lunge stark angegriffen ist. Des weiteren erhoffen sich die Mediziner, dass Aviptadil dazu führt, dass die Lungen wieder Sauerstoff durch den Körper pumpen.
Seit bekannt wurde, dass "Relief Therapeutics" die Zulassung in den USA erhalten hat, ist der Aktienkurs explodiert. Der Stückpreis einer Aktie stieg Anfang August um über das 20-fache an. Mittlerweile hat er sich auf dem 15-fachen des vormaligen Preises eingependelt. Der Verwaltungsratspräsident Raghuram Selvaraju ist überzeugt: "Unser Wirkstoff könnte Hunderte Millionen Dollar einbringen."