Hinterbliebene reisten für Tote bis nach Österreich

Mehr als drei Wochen nach dem tragischen Flüchtlingsdrama auf der Ostautobahn bei Parndorf, bei dem 71 Leichen in einem Kühllastwagen entdeckt worden waren, wurden nun die ersten Opfer identifiziert. Die Polizei hat für Mittwoch einen Zwischenbericht über die bisherige Ermittlungslage angekündigt.

Mehr als drei Wochen nach dem tragischen Flüchtlingsdrama auf der Ostautobahn bei Parndorf, bei dem 71 Leichen in einem Kühllastwagen entdeckt worden waren, wurden nun die ersten zehn Opfer identifiziert. Vier der Verstorbenen sind schon auf dem Weg nach Hause. Die Hinterbliebenen wollen ihre Lieben zurück. 

Zehn der 71 Leichen sind identifiziert. Neun Männer und eine Frau, alle unter 50 Jahre alt, alle aus dem Irak. Die Polizei hatte die schwere Aufgabe, die Familien der Opfer zu informieren. Vier Familien haben veranlasst, dass ihre Verstorbenen in den Irak überstellt werden. 

Tsunami-Datenbank hilft bei Identifizierung

Auf die Polizei wartet noch viel Arbeit: Bisher wurde alles unter die Lupe genommen, was die Opfer in Rucksäcken und Taschen bei sich hatten. Handydaten wurden ausgewertet, Verwandte und Bekannte kontaktiert. Die Informationen wurden in eine verknüpfte Datenbank eingespeist. Diese Methode hat sich schon beim Identifizieren der Opfer nach dem großen Tsunami bezahlt gemacht. 

Angehörige reisten teilweise bis nach Österreich, um Polizei zu helfen

Eine große Hilfe beim Identifizieren den Opfer sind auch die Hinweise von Angehörigen. Über die Hotline gingen unzählige Anfragen und Hinweise ein. Anrufer gaben an, dass an dem Tag, an dem die Leichen gefunden wurden, der Kontakt zu ihren Angehörigen plötzlich abriss. Die Angehörigen tun ihr Möglichstes, um herauszufinden, ob ihre Lieben unter den Toten sind. Einige von ihnen reisen in ihrem Heimatland weit, um eine DNA-Probe abzugeben, manche sind sogar bis nach Österreich gekommen, um den Ermittlern behilflich sein zu können. 

Überführung nur auf Antrag der Hinterbliebenen

Die Polizei rechnet damit, dass die Ermittlungen noch einige Wochen andauern, bis alle Toten identifiziert werden können. In die Heimatländer überführt werden die Toten nur, wenn die Angehörigen das beantragen. 

Über die eigens eingerichtete Hotline (Tel.: 05 0133 103 333) können Angehörige, die unter den Opfern Verwandte vermuten, weiterhin Hinweise abgeben.

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