Fussball

Hinteregger: "Hatte mit 100.000 falschen Leuten zu tun"

Ex-ÖFB-Verteidiger Martin Hinteregger genießt sein Leben nach der Profi-Karriere. Er plaudert über seine "Fußball-Pension" aus dem Nähkästchen.
Heute Redaktion
04.01.2023, 12:52
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Mit nur 29 Jahren beendete ÖFB-Star Martin Hinteregger seine aktive Fußballer-Karriere – nur wenige Tage, nachdem er mit Eintracht Frankfurt die Europa League gewonnen hatte. Nun führt der Kärntner, der immer noch als Unterhaus-Stürmer und Hobby-Eishockey-Crack sportlich tätig ist, ein komplett neues Leben.

In der "Sport Bild" erzählt der ehemalige Publikumsliebling: "Ich bin einfach extrem zur Ruhe gekommen, das ist das größte Geschenk. Ich darf ein freies Leben führen. Ich bin nicht mehr fremdbestimmt und muss keine Wochenpläne mit Trainings, Busabfahrten und Autogrammstunden abschuften. Ich habe das bitter, bitter nötig gehabt."

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Lust auf ein Comeback im Profi-Bereich hat der 29-Jährige absolut keine: "Wenn ich nicht morgen pleite bin, dann komme ich nicht zurück", lacht Hinteregger und wird gleich wieder ernst.

"Dieses Leben, das ich jetzt führe, ist nicht mit vorher vergleichbar. Es gibt nur positive Aspekte und keinen negativen. Ich habe nur noch die Leute um mich herum, die ich mag. Vorher hatte ich mit 100.000 falschen Leuten zu tun. Ich merke jetzt erst, wie viele Leute nur durch mich profitieren wollten, vor allem privat. Das ist vorbei", so der Kärntner.

Kritik wegen "Hinti Cup"

Hinteregger geriet wegen seines Fan-Turniers, dem "Hinti Cup", in Bedrängnis. Gemeinsam mit dem in rechtsextremen Kreisen vernetzten FPÖ-Politiker Heinrich Sickl hatte er den Cup veranstaltet. "Da ist viel auf mich eingeprasselt, aber im Rückblick war es nicht einmal eine Lappalie", meint Hinteregger, der seine Geschäftsbeziehung mit Sickl daraufhin beendet hatte.

„"In den letzten Wochen kaum unterwegs"“

Auch der Partytiger "Hinti" ist scheinbar im Ruhestand: "Als Spieler hat man vielleicht Alkohol oder Partys als Ausgleich gebraucht. Das ist jetzt nicht mehr so der Fall. Ich bin – auch für mich überraschend – wenig unterwegs, in den letzten Wochen kaum. Ich habe unheimlich Spaß an meinen neuen Projekten."

Apropos Party: Hinteregger erzählt noch eine Anekdote zu den Feierlichkeiten in der Europa League. "Eine Sache würde ich gerne klarstellen: Mir wurde vorgeworfen, ich wäre am Tag nach dem Korso nicht zum Saisonabschluss gekommen und hätte den Abschied einiger Teamkollegen verpasst. Ich war da, aber verspätet. Ich habe im Trainingszentrum geschlafen und bis halb zwei mittags gebraucht, bis ich einigermaßen fit war. Als das Event um elf losging, habe ich also 15 Meter von allen entfernt geschlafen, ohne dass es jemand wusste", so der 29-Jährige.

„"Das wäre größer als der WM-Titel“

Seinen Ex-Kollegen in Frankfurt traut Hinteregger weiterhin Großes zu: "Ich habe schon vor zwei Jahren zum damaligen Trainer Adi Hütter gesagt: Der nächste Meister, der nicht Bayern heißt, wird die Eintracht. So wie ich die letzten dreieinhalb Jahre den Aufschwung erlebt habe, bin ich fest davon überzeugt, dass Eintracht bald Meister werden kann. Diesen Weg mitgehen zu können und in Frankfurt eine Meisterschaft zu gewinnen wäre das Einzige, wo ich wehmütig werden würde. Das wäre größer, als Weltmeister zu werden."