Fussball

Hinteregger: Spielsucht, Bier, Rauswurf aus Internat

ÖFB-Abwehrchef Martin Hinteregger sorgt immer wieder für Aufsehen, nun gibt der Verteidiger ganz private Einblicke.
Phillip Platzer
21.05.2021, 18:16
olympia live
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Im Talk mit dem Weekend-Magazin verrät der Frankfurt-Legionär private Details. Zum Beispiel wie er einst aus dem Salzburg-Internat geflogen ist oder auf dem besten Weg zur Spielsucht war.

"Ich war zwölf Jahre, als ich nach Salzburg wechselte und ich bin sicher nicht grundlos nach drei Verweisen aus dem Internat geflogen. Zwar durfte ich am Ende bleiben, gewisse Aktionen haben mir aber viel Ärger eingebracht", beichtet der 28-Jährige.

"Es herrschte beispielsweise Internetverbot und ich habe mir heimlich einen Stick zugelegt. Zwischendurch hatte ich echt zu kämpfen, vor allem in der Zeit als ich viel verletzt war wollte ich hinschmeißen. Ehrlicherweise dachte ich nie, dass ich Profi werde", schildert der ÖFB-Abwehrchef.

Eigentlich wollte er nie Fußballer werden: "Ich habe mich in meinem Heimatort Sirnitz im Gemeindamt gesehen. Vielleicht war genau das mein Geheimrezept. Bei mir war nie viel Druck dahinter. Ich wusste immer, wenn es nicht funktioniert, habe ich trotzdem daheim ein schönes Leben."

Hinteregger bringt im Sommer sein Buch "Innensicht" heraus, da berichtet er auch von einem dunklen Kapitel in seinem Leben: "Ich war während meiner Zeit in Salzburg auf dem besten Weg, in eine Spielsucht zu geraten. Später ist mir klar geworden, wie weit verbreitet diese Gefahr in meinem Umfeld und in der Gesellschaft ist und wie wichtig es ist, das offen anzusprechen. Zudem hatte ich eine Zeit lang mit Depressionen zu kämpfen."

In seiner Freizeit gibt sich "Hinti" bodenständig, geht gerne auf die Jagd, spielt Zieharmonika - darauf ist er stolz: "Die Medien zeichnen gern das Bild vom 'Hinterwäldler.' Ich bin eben einer, dem Luxus und Mode nicht wichtig sind, der jahrelang kein Smartphone hatte und für den andere Dinge zählen. Gerade das macht mich für die Menschen spannend und ich glaube, mit mir würde jeder Unterhausfußballer und Fan gerne einmal auf ein Bier gehen. Ich fühle mich dabei auch wohler als in der Champagner-Gesellschaft."

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