Mangels Alternativen treibt es in der Coronakrise bekanntlich viel mehr Menschen nach draußen und in die Wälder zum Wandern. Dass das aber nicht immer auch eine positive Entwicklung ist, zeigt ein trauriger Fall vom Wochenende aus Sooß.
Dort wurden am Samstag eine tragende Hirschkuh und ihr Kalb von den vielen natursuchenden Wanderern, Mountainbikern, Reitern und freilaufenden Hunden so stark beunruhigt und verschreckt, dass sie in Panik den Wald verließen und in die Weingärten flüchteten. Auf ihrer Flucht rannten sie immer wieder gegen die Spanndrähte und Unterstützungspfeiler, bis sie erschöpft und mit mehreren Brüchen und Schürfwunden am Boden liegend gefunden wurden.
Im Beisein der Polizei blieb dem Jagdleiter keine andere Wahl als die beiden Tiere von ihrem Leiden zu erlösen. Die Hirschkuh hätte demnächst zwei gesunde Kälber zur Welt gebracht.
"Bleibt doch bitte trotz Corona und aller Langeweile auf den für Ausflüglern gekennzeichneten Wegen. Verhaltet euch im Wald wie ein Gast, lehrt Kindern Naturkunde und Umsichtigkeit und nehmt Hunde an die Leine", bittet Alexandra Wischall-Wagner, die im Ort als Hundetrainerin tätig ist.