Ein weiteres Stück österreichische Geschichte wartet jetzt darauf, dass das Haus der Geschichte am 10. September seine Türen in St. Pölten für Besucher öffnet: Der Dienstwagen von Leopold Figl. Der schwarze Mercedes 220 S wurde 1957 gebaut und das erste Mal zugelassen.
Greifbare Geschichte
Das Auto wurde am Freitag von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) in Empfang genommen. "Der geschichtsträchtige Mercedes Benz ist kein gewöhnliches Vitrinenstück, sondern ist ein Objekt, das Zeitgeschichte greifbar macht", sagte sie.
Das Fahrzeug ist optisch und technisch in gutem Zustand. Der sogenannter „Große Ponton", hat einen Reihen-6-Zylinder-Motor mit 100 PS. Der elegante Wagen hat bis zum heutigen Tag 830.000 Kilometer zurückgelegt.
Schätze aus NÖ
Der Dienstwagen soll nicht das letzte spannende Objekt bleiben, das bis zur Eröffnung seinen Weg ins Museum NÖ findet. "Es ist uns ein großes Anliegen, Geschichte für die Menschen sichtbar und erlebbar zu machen. Niederösterreich hat große Schätze und Sammlungen, die mit dem Haus der Geschichte für alle Menschen öffentlich zugänglich werden", so die Landeshauptfrau.
Leopold Figl war der erste Bundeskanzler der Zweiten Republik, Ab 1953 setzte er sich als Außenminister für den Abzug der Besatzungsmächte und den Abschluss des Staatsvertrages ein, was ihm nach zähen Verhandlungen auch gelang. Von 1962 bis zu seinem Tod im Jahr 1965 war Figl Landeshauptmann von Niederösterreich.
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