Hitlers Geburtshaus: Ministerium sucht Mieter

Es geht um 800 Quadratmeter in bester Lage in der Innenstadt von Braunau am Inn. Die Besitzerin des Hauses, in dem Adolf Hitler geboren wurde, vermietet das Gebäude ans Innenministerium (BMI). Dafür bekommt sie 4.600 Euro. Nun steht das Haus leer. Interessierte Mieter will die Besitzerin nicht im Haus haben, deshalb sucht das Ministerium für Inneres nach anderen Ministerien, die den Platz vielleicht brauchen.

Eigentlich hätten ins Gebäude ziehen sollen, doch das schmeckte der Besitzerin überhaupt nicht. Nun ist guter Rat teuer, denn solange kein Nachmieter gefunden ist, steht das Gebäude leer, Miete muss trotzdem gezahlt werden. Sollte nicht bald jemand einziehen, wird sicher der Rechnungshof stutzig.

Anfragen bei anderen Ministerien

Nun hofft man, bei den anderen Ministerien einen Mieter zu finden. Feiner hofft auf Rückmeldungen. "Bis zum Jahresende" würde er gerne wissen, ob ein Ressort Bedarf hat. Sollte das der Fall sein, ist aber noch immer nicht gesagt, dass die Eigentümerin zustimmt.
Ministerium zahlt 60 Prozent, Gemeinde 40 Prozent

Seit 1972 ist das BMI Mieter des Hauses mit der Adresse Vorstadt 15. Die Miete von derzeit 4.600 Euro im Monat teilen sich Ministerium und Gemeinde nach dem Schlüssel 60 zu 40. Die Republik nehme so ihre Verantwortung wahr, die sie bei historisch belasteten Gebäuden habe, betonte Sektionschef Hermann Feiner, der für Gedenkstätten der Republik verantwortlich ist.

Kein Museum, keine Nutzung im historischen Kontext

In den 70ern war die HTL Braunau eingemietet, bis 2011 die Lebenshilfe Oberösterreich. Seitdem wird ein Nach(unter)mieter gesucht. Allerdings darf es laut Mietvertrag keine "museale" Nutzung bzw. keine im historischen Kontext stattfinden. Außerdem muss die Eigentümerin zustimmen. Die hat aber selbst Forderungen. Sie will um den Preis, den die Republik bietet nicht verkaufen, weill weder Volkshilfe noch Volkshochschule als Mieter.

APA/red.

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