Wegen der extremen Hitze und Trockenheit versiegt das Kühlwasser aus der Donau. Das Atomkraftwerk Paks, das rund 45 Prozent des ungarischen Strombedarfs deckt, wird am Montag vollständig abgeschaltet – ein historischer Einschnitt.
Ungarns Regierungschef Peter Magyar bestätigte auf X, dass die Stromerzeugung des Kraftwerks bereits auf 240 Megawatt gesunken sei. Der Betreiber bezeichnete die Abschaltung als "unvermeidlich".
Die Mehrkosten für Stromimporte könnten sich nach Angaben von n-tv auf 275 bis 550 Millionen Euro belaufen. In Budapest herrschen aktuell Temperaturen zwischen 34 und 42 Grad Celsius.
Auch das Nachbarland Rumänien kämpft mit der Krise. Das Land hat für den gesamten August einen landesweiten Notstand ausgerufen. Ein Reaktor des AKW Cernavoda wurde bereits abgeschaltet.
Der Donau-Pegel ist dramatisch gesunken: An der rumänischen Grenze fließen nur noch 1.650 Kubikmeter Wasser pro Sekunde – im Juli lag der Durchschnitt bei 4.750 Kubikmetern. Damit nähert sich der Pegel dem historischen Tiefststand von 1985.
Um eine Versorgungskrise abzuwenden, haben mehrere Industrieunternehmen Unterstützung angekündigt. Die Autobauer Mercedes und Suzuki wollen den Stromverbrauch in ihren ungarischen Produktionsstätten senken.
Die Krisensituation kann wegen des anhaltend heißen Sommers noch Wochen andauern. An einem durchschnittlichen Sommerabend werden in Ungarn 6.000 Megawatt Strom verbraucht – bei Hitze steigt dieser Wert um 20 Prozent.