Viele E-Auto-Fahrer fürchten den Winter, wenn die Reichweite spürbar sinkt. Doch der eigentliche Feind der Batterie ist die Sommerhitze. Während Kälte den Akku nur vorübergehend schwächt, hinterlassen hohe Temperaturen bleibende Schäden in den Zellen.
Lithium-Ionen-Akkus fühlen sich bei 15 bis 25 Grad am wohlsten. Steigt die Temperatur darüber, laufen in den Zellen unerwünschte Nebenreaktionen ab: Der Elektrolyt zersetzt sich, an den Elektroden wachsen Schichten, die aktives Lithium dauerhaft binden. Die nutzbare Kapazität sinkt unumkehrbar.
Wie es bei Forschung und Wissen unter Berufung auf eine Geotab-Flottenanalyse heißt, verlieren Fahrzeuge in heißen Regionen pro Jahr rund 0,4 Prozentpunkte mehr Kapazität. Bei einer durchschnittlichen Alterung von etwa 2,3 Prozent pro Jahr summiert sich der Hitzeaufschlag über acht Jahre auf rund drei zusätzliche Prozentpunkte.
Der größte Alterungsfaktor ist laut der Analyse aber nicht das Wetter, sondern das Ladeverhalten. Fahrzeuge, die überwiegend mit mehr als 100 Kilowatt schnellgeladen wurden, verloren bis zu 3,0 Prozent Kapazität pro Jahr - doppelt so viel wie Fahrzeuge, die vor allem langsam mit Wechselstrom luden.
Der Grund: Die hohen Ströme beim Schnellladen erhitzen die Zellen von innen. Trifft diese Eigenerwärmung im Sommer auf ohnehin aufgeheizte Batterien, verstärken sich beide Effekte gegenseitig.
Eine Studie der University of Michigan zeigt, dass der technische Fortschritt das Problem bereits entschärft hat. Während Batterien der Baujahre 2010 bis 2018 bei 2 Grad Klimaerwärmung im Schnitt 8 Prozent ihrer Lebensdauer verlieren, schrumpft der Verlust bei neueren Modellen wie Tesla Model 3 und VW ID.3 auf durchschnittlich 3 Prozent.
Einfache Tipps helfen, den Akku zu schonen: Bei Hitzewellen im Schatten oder in der Tiefgarage parken, das Auto nicht tagelang voll geladen in der Sonne stehen lassen und häufiges Schnellladen an heißen Tagen vermeiden.