Dürre kostet Österreich schon 210 Millionen Euro

Ein vertrocknendes Maisfeld.
Ein vertrocknendes Maisfeld.Bild: iStock
Dürreschäden wie noch nie: Der fehlende Regen kostet Österreichs Bauern bisher rund 210 Millionen Euro.
Nach derzeitigen Schätzungen beläuft sich der Gesamtschaden in der Landwirtschaft auf rund 210 Millionen Euro, davon 80 Millionen Euro beim Getreide und 130 Millionen Euro beim Grünland. Solche Dürreschäden gab es noch nie in Österreich. Es gilt allerdings auch noch die Entwicklung bei den Herbstkulturen wie etwa Soja, Mais oder Zuckerrüben abzuwarten, um das gesamte Dürre-Schadensausmaß abschätzen zu können.



„Die Landwirtschaft ist zunehmend mit Dürrekatastrophen konfrontiert. Wenn ich mir die letzten Jahre anschaue, dann steuern wir auf eine Katastrophe hin bzw. sind schon mitten drinnen. In den letzten sechs Jahren traten 4 Mal massive Dürreschäden auf. Schäden wie noch nie", klagte Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung.

CommentCreated with Sketch.17 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Keine Versorgungssicherheit

Nicht nur die Landwirte seien von den Wetterextremen betroffen, schlussendlich betreffe es die Lebensmittel-Versorgungssicherheit Österreichs und somit die gesamte Bevölkerung. Mittlerweile wurde Österreich von einem Getreideüberschussland zu einem Importland.



„Wir können die österreichische Bevölkerung nur noch zu 80 Prozent mit Getreide selbst versorgen. Österreich wird dadurch in Zukunft sehr verletzbar", so Weinberger.



Verbauung verstärkt Hitze

Nicht nur ausbleibende Niederschläge und Hitze gefährden die Versorgung Österreichs mit heimischen Lebensmitteln, sondern vor allem auch das rasante Verbauen von wertvollen Flächen. Durch das Verbauen riesiger Wiesen- und Ackerflächen verliert Österreich wertvollen CO2- und Wasserspeicher, was die Dürresituation zunehmend verschärft. Kein anderes Land in Europa gehe so sorglos mit unserer Lebensgrundlage Boden um, meldete die Hagelversicherung.



Österreich verliert jährlich 0,5 Prozent seiner Agrarfläche. In 200 Jahren gäbe es bei Fortschreiten dieser Entwicklung so gut wie keine Agrarflächen mehr in Österreich. Bei der Bodenversiegelung liegt Niederösterreich mit durchschnittlich 3,5 Hektar pro Tag auf dem zweiten Platz, nur Oberösterreich verbraucht mehr Fläche pro Tag, nämlich 5,6 Hektar.

(GP)

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