38 Grad! Rekord-Hitzewelle verbrennt Sibirien

Luftaufnahme eines Flurbrands in der Nowosibirsk-Region Russlands am 23. April 2020. Archivbild
Luftaufnahme eines Flurbrands in der Nowosibirsk-Region Russlands am 23. April 2020. Archivbildimago images/ITAR-TASS
Extremsommer in der russischen Wildnis: Sibirien wird von einer extremen Hitzewelle heimgesucht. Das Thermometer erreichte bereits 38 Grad im Schatten

Russland wird von einer extremen Hitzewelle heimgesucht: 38 Grad im Schatten misst das Thermometer im sibirischen Werchojansk, wo es im Winter minus 49 Grad wird und zu dieser Jahreszeit normalerweise 12 Grad herrschen.

Doch die Hitzewelle ist nicht etwa jetzt mit dem Sommermonat Juni in Sibirien eingekehrt, sondern plagt die russische Wildnis bereits seit Monaten. Im Mai wurden bis zu zehn Grad über der Durchschnittstemperatur gemessen. Und auch am Polarkreis in der Ortschaft Chatanga wurde am 25. Mai 25 Grad gemessen, wo sonst zu jeder Jahreszeit Tagestemperaturen um die null Grad herrschen, wie der "Spiegel" schreibt.

Auf Twitter bezeichnet der finnische Meteorologe Mika Rantanen das Wetter in der Kleinstadt als "völlig verrückt":

Klimaforscher alarmiert wegen hoher Temperaturen

Wie "The Guardian" schreibt, haben die hohen Temperaturen riesige Waldbrände ausgelöst. Insgesamt sollen rund 6.000 einzelne Waldbrände bereits eine Forstfläche von 9.900 Quadratkilometern – mehr als ganz Kärnten – in eine verkohlte Einöde verwandelt haben. Wären die Flammen nicht schon katastrophal genug, kommt dazu noch eine Plage baumfressender Motten.

Die im Mai gemessenen Temperaturen in Sibirien sind laut Martin Stendel vom Dänischen Meteorologischen Institut nur einmal alle 100.000 Jahre normal. Der vom Menschen gemachte Klimawandel erhöhe jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass so extreme Wetterphänomene häufiger und intensiver auftreten würden.

Temperaturen rund um die Pole steigen am schnellsten, weil die Meeresströmungen Wärme dorthin transportieren und Eis und Schnee abschmelzen. "Obwohl sich der Planet als Ganzes erwärmt, geschieht dies nicht gleichmäßig", sagte die Forscherin Freja Vamborg vom Copernicus-Klimadienst. Ungewöhnlich sei vor allem, wie lange die überdurchschnittlich starken Klimabedingungen jeweils bestehen blieben. Bereits der letzte Winter in Sibirien sei der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren gewesen.

Ölkatastrophe steht in Zusammenhang mit Klimaerwärmung

Die starke Erwärmung in Sibirien soll unter anderem auch für die Ölkatastrophe in Norilsk verantwortlich sein. Dort war Ende Mai ein Tank im Heizkraftwerk wegen des auftauenden Permafrostbodens kollabiert, wie es laut Betreibern heißt. 20.000 Tonnen Diesel liefen aus und verseuchten die dortigen Gewässer.

Der russische Katastrophenschutz-Minister Yevgeny Zinichev (l.) und Vertreter des russischen Präsidenten im Föderationskreis Sibirien Sergei Menjajlo (r.) besuchen das Kraftwerk Norilsk nach der Dieselkatastrophe vom 29. Mai 2020.
Der russische Katastrophenschutz-Minister Yevgeny Zinichev (l.) und Vertreter des russischen Präsidenten im Föderationskreis Sibirien Sergei Menjajlo (r.) besuchen das Kraftwerk Norilsk nach der Dieselkatastrophe vom 29. Mai 2020.imago images/ITAR-TASS
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