Das Hochwasser in Österreich, Deutschland und anderen Ländern hat bei den Kunden von Europas größtem Versicherer Allianz mehr als 700 Mio. Euro an Schäden verursacht.
"Gut 50.000 Kunden haben uns bisher Schäden gemeldet, von denen wir bereits 32.000 reguliert haben", sagte Finanzvorstand Dieter Wemmer am Freitag in München bei der Vorlage der Quartalszahlen. 300 Mitarbeiter seien im Juni in die Flutgebiete geschickt worden, um dort zu helfen.
Erste Schätzungen übertroffen
Die auf rund 730 Mio. Euro geschätzten Leistungen an die Versicherten übertreffen die erste Schätzung der Allianz von Mitte Juni deutlich. Damals war sie von mehr als 500 Mio. ausgegangen. Branchenweit schätzt die Münchener Rück den versicherten Schaden auf gut 3 Mrd. Euro.
Bei der Allianz selbst bleibt aber sogar weniger hängen als damals gedacht. 329 Mio. Euro statt der veranschlagten 350 Mio. muss der Münchener Versicherer selbst tragen, den Rest decken Rückversicherer ab. Insgesamt schlugen Naturkatastrophen im zweiten Quartal mit 550 Mio. Euro zu Buche - ein Jahr zuvor waren es nur 174 Millionen.
Trotzdem sank die Schadenquote im Sachversicherungsgeschäft der Allianz auf 67,3 von 69,4 Prozent. Neben dem Hochwasser schlugen Stürme in Deutschland und der Schweiz mit 152 Mio. Euro zu Buche und eine Springflut in Calgary in Kanada mit 40 Mio. Euro.