Österreich

Hochwasser: Ein Toter und 2 Vermisste in Salzburg

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:54

Die anhaltenden Unwetter haben nun ein erstes österreichisches Todesopfer gefordert. In St. Johann im Pongau hat es Sonntagnachmittag bei einem Murenabgang einen Toten gegeben. In Taxenbach im Pinzgau wurde ein Bauer, der mit seinem Traktor einen Weg freimachen wollte, von einem Murenabgang erfasst und mitgerissen. Im Pinzgau wird auch eine Frau vermisst. Saalfelden steht unter Wasser.

haben nun ein erstes österreichisches Todesopfer gefordert. In St. Johann im Pongau hat es Sonntagnachmittag bei einem Murenabgang einen Toten gegeben. In Taxenbach im Pinzgau wurde ein Bauer, der mit seinem Traktor einen Weg freimachen wollte, von einem Murenabgang erfasst und mitgerissen. Im Pinzgau wird auch eine Frau vermisst. Saalfelden steht unter Wasser.

Die Hochwassersituation hat sich Sonntagabend zumindest in der Stadt Salzburg etwas entspannt. Um 18.00 Uhr betrug der Pegelstand der Salzach bei der Staatsbrücke 8,17 Meter. "Der höchste Wert war heute 8,51 Meter", sagte Katastrophenreferent Markus Kurcz. Im ganzen Bundesland habe sich die Lage stabilisiert. "In Oberndorf ist die Situation aber noch extrem angespannt. Dort ist der Pegel der Salzach noch ansteigend. Darauf legen wir jetzt unseren besonderen Fokus."

Hochwasserschutz griff großteils

Die Stadt Salzburg dürfte noch mit einem blauen Auge davongekommen sein. Im ganzen Land, vor allem aber auch in der Stadt, hätten die Hochwasserschutzbauten der vergangenen zehn Jahre weitestgehend gegriffen. "Unterm Strich geht es jetzt um ein planmäßiges Abarbeiten der Einsätze. Jetzt werden die Arbeitspläne für die kommende Nacht und die nächsten Tage erstellt. Es geht darum, wie kommen wir in eine Normalität zurück."

Große Schäden im Pongau

Ein Murenabgang hatte gegen 12 Uhr in St. Johann im Pongau drei Arbeiter im Ortsteil Einöden überrascht, sie waren gerade mit Aufräumarbeiten beschäftigt. "Einer der Männer war vorerst vermisst worden. Er konnte knapp vor 13 Uhr leider nur mehr tot geborgen werden", sagte Polizeisprecher Anton Schentz

Suche nach Vermissten läuft weiter

Die Suche der Einsatzkräfte nach den zwei vermissten Personen ist am Sonntag bei Taxenbach im Pinzgau auf Hochtouren gelaufen. Im Bereich des "Geschwandtner Bauern" war ein Landwirt bei Aufräumarbeiten mit seinem Traktor gegen 0.15 Uhr von einer Mure 200 Meter weit in einen Graben mitgerissen worden. "Der Traktor wurde gefunden, die Person ist noch vermisst. Von dem Lenker fehlt derzeit jede Spur", sagte Polizeisprecher Anton Schentz. Der Landwirt wird von der Bergrettung gesucht.

Auch nach der vermissten Frau wurde noch gesucht. Gegen 0.40 Uhr war ein Fahrzeug im "Grieser Graben" in Höhe der Einmündung zur Salzach von einem Murenabgang oder Hochwasser betroffen. In dem Auto saßen zwei weibliche Personen. Es soll sich dabei um Schwestern handeln. Die ältere der beiden habe sich Angaben von Einsatzkräften zufolge noch retten können.

Glück hatte ein Bauer in Dienten im Pinzgau. Er war laut Polizei gegen 7.30 Uhr mit seinem Traktor ebenfalls von einer Mure erfasst und in den Dientner Graben mitgerissen worden. Er konnte 15 Minuten später gerettet werden und blieb offenbar unverletzt.

Entsetzen in Hüttau

Der Bürgermeister von Hüttau im Salzburger Pongau, Rupert Bergmüller, hat sich Sonntagnachmittag angesichts der dramatischen Situation in "seinem" Ort sehr betroffen gezeigt. "Es schaut furchtbar aus. Da gibt es keine Worte dafür", sagte er, nachdem am Vormittag mehrere Häuser nach einem Murenabgang und Überflutungen stark beschädigt worden waren. An die 40 Personen wurden evakuiert.

Schlamm und Wasser drang in die Wohnungen ein, Autos wurden mitgerissen, auch Gebäudeteile eines Personalhauses. Von der Mure, die in einem Graben abgegangen war, waren laut Bergmüller ein Mehrparteienhaus mit 18 Wohnungen und auch mehrere Privathäuser betroffen. Sieben Personen wurden nach dem Murenabgang von einem Helikopter in Sicherheit gebracht.

Auto in Filzmoos mitgerissen

Eine Mure hat gegen 14.30 Uhr in Filzmoos, ebenfalls im Salzburger Pongau ein Auto erfasst und verschüttet. "Die Lenkerin war alleine im Fahrzeug. Er ist von Einsatzkräften gerettet worden", sagte Polizeisprecher Anton Schentz. Die 24-jährige Frau hatte Verletzungen erlitten. Sie wurde vom Roten Kreuz in ein Krankenhaus gebracht.

Saalfelden unter Wasser

In Saalfelden sind ganze Ortsteile überflutet worden. In der Nacht auf Sonntag erreichte die Urslau bei der Brandlbrücke einen Pegelstand von über 2,20 Meter und trat über die Ufer. Im gesamten Gemeindegebiet seien Keller überflutet und Straßen vermurt worden.

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