Österreich

Hochwasserschutz: 25 Projekte noch heuer fertig

Heute Redaktion
13.09.2021, 23:27

870 Millionen € wurden seit der Flut im Jahr 2002 in Schutzmaßnahmen gesteckt. "Eine große Entlastung für uns", betont Floriani-Chef Didi Fahrafellner.

Angst, Tränen und schlaflose Nächte – die Verzweiflung bei Hochwasser-Opfern ist im Katastrophenfall groß. Im Stundentakt wird der Wasserstand überprüft, Elektro-Geräte werden prophylaktisch in Sicherheit gebracht. Steigt der Pegel, ist man den Wassermassen aber wehrlos ausgesetzt. Die Donau, der Kamp, die March und auch viele kleine Bäche, die zu reißenden Flüssen werden, machen Niederösterreich bei jeder Flut zu einem der betroffensten Bundesländer. "Im Katastrophenschutz werden wir sicher nicht arbeitslos", lässt Landesfeuerwehrkommandant Didi Fahrafellner die letzten Jahre, aber auch den einsatzreichen Sommer 2017, Revue passieren.

Unwetter 50 Prozent der Ernte in NÖ vernichtet

Alleine in diesem Jahr mussten die nö. Feuerwehren zu deutlich mehr Unwetter-Einsätzen und Auspumparbeiten ausrücken als im Vorjahr. "Rund 50 Prozent der landwirtschaftlichen Ernte wurde dadurch vernichtet, die Schäden belaufen sich – das ist aber eine grobe Schätzung – auf 20 bis 25 Millionen Euro", erklärt Landeshauptfrau-Stellvertreter und Feuerwehr-Landesrat Stephan Pernkopf (VP) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch in St. Pölten.

Damit sich eine Katastrophe wie das Jahrhundert-Hochwasser im Jahr 2002 nicht wiederholt, aber auch lokale und regionale Überflutungen rasch eingedämmt werden können, wurden mittlerweile 270 niederösterreichische Gemeinden hochwassersicher gemacht. 870 Millionen Euro wurden in dieser Zeit für Schutzdämme zur Verfügung gestellt. Das wohl größte und finanziell umfangreichste Projekt: Die Sanierung des Marchfeldschutzdammes über 96 Millionen Euro. In zwei Wochen ist der Spatenstich anberaumt, 30.000 Menschen können bald wieder ruhig schlafen.

Bis Ende 2017 abgeschlossene Großprojekte:

Triesting in Hirtenberg (Baden): 4.270.000 Euro
Schwechat in Traiskirchen (Baden): 3.170.000 Euro
Harlanderbach in St. Pölten: 2.600.000 Euro
Buchbachgraben in Gloggnitz (Neunkirchen): 1.920.000 Euro
Ybbs in St. Georgen/Ybbsfelde (Amstetten): 1.200.000 Euro
Donau in Neumarkt/Ybbs (Melk): 1.450.000 Euro
Rosenburg-Mold (Horn): 930.000 Euro
Böhmerhofgraben in Altlengbach (St. Pölten): 800.000 Euro
Taxenbach in Gastern (Waidhofen/Thaya): 750.000 Euro
Rückhaltebecken Krummnussbaum (Melk): 2.040.000 Euro
Donauhochwasserschutz Korneuburg: 11.510.000 Euro

70 Projekte in Bau, 25 davon noch 2017 fertig

Derzeit sind 70 weitere Projekte in Bau, 25 davon (mit einer Investitionssumme von 125 Millionen Euro) sollen noch bis Ende 2017 abgeschlossen und in Betrieb genommen werden – darunter Hochwasser-Schutzdämme, aber auch Rückhaltebecken. "Auch viele Renaturierungsprojekte wurden umgesetzt, um dem Wasser auch Platz zu geben", bilanziert Pernkopf und fügt hinzu: "Somit können wir auch Unternehmensstandorte sichern. In Krummnussbaum an der Donau beispielsweise überlegte sich ein Arbeitgeber bereits, seine Firma abzusiedeln."

Und: Je besser das Land abgesichert ist, desto entlasteter sind die Freiwilligen Feuerwehren. "Wir sind im Bezug auf Katastrophenschutz bis hin zur Notstromversorgung das stärkste Bundesland. Es wurde in Großpumpen-Anlagen investiert, wir haben eine Million Sandsäcke vorrätig. Auch sechs Großstromaggregate gibt es, vier weitere kommen demnächst hinzu. Die nötigen Fahrzeuge sowie Sondermaterial und Nottankstellen sind ebenfalls im ganzen Bundesland flächendeckend aufgeteilt, um einen schnellen Zugriff zu ermöglichen", erklärt Floriani-Chef Didi Fahrafellner.

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