Fussball

Hoeneß kritisiert seine Bayern vor Salzburg-Spiel

Am Mittwoch trifft Salzburg im Champions-League-Achtelfinale auf die Bayern. Ex-Boss Uli Hoeneß erklärt die Ausgangslage.
Erich Elsigan
14.02.2022, 23:47
olympia live
olympia live

Dicke Luft bei den Bayern vor dem Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel bei Salzburg (Mittwoch). Boss Oliver Kahn stößt noch immer die 2:4-Pleite in Bochum auf, mit vier Gegentoren in 30 Minuten. "Die Spieler wissen, dass das nicht akzeptabel ist. Wir müssen wieder mit mehr Disziplin und Leidenschaft gegen den Ball arbeiten, sonst werden Fehler gnadenlos bestraft – international noch mehr", poltert der "Titan".

Zuversichtlich stimmt Kahn, dass seine Bayern schon nach dem 0:5-Cup-Debakel in Gladbach eine Reaktion zeigten, danach Union Berlin und Benfica Lissabon mit 5:2 deklassierten. "Manchmal ist es ganz gut, dass man ein Ergebnis ein paar Tage später wieder vergessen machen kann. Ich gehe davon aus, dass das am Mittwoch genauso sein wird."

Legende Lothar Matthäus sieht es ähnlich. "Zwei Mal hintereinander werden die Bayern nicht so wie in Bochum auftreten. Salzburg tut mir leid. Bayern wird sie mit ihrer Offensive bezwingen."

"Es gibt zu wenig Reibung"

Ehrenpräsident Uli Hoeneß versicherte auf ServusTV: "Der Mittwoch wird ein anderes Spiel, wir werden Salzburg nicht unterschätzen." Den jüngsten Bayern-Ausrutscher erklärt sich der 70-Jährige so: "Das Problem ist, dass unsere Spieler in der Zeitung immer lesen, dass sie unschlagbar sind, ihnen niemand das Wasser reichen kann. Ich habe gehört, dass die Stimmung in der Mannschaft sehr gut ist – vielleicht zu gut, es gibt zu wenig Reibung. Wenn es darauf ankam und es gegen starke Gegner geht, haben sie sich unglaublich zusammengerissen."

Der Ausfall von Manuel Neuer schmerzt Hoeneß. "Er ist der beste Torhüter der Welt, ist auch als Persönlichkeit am Platz wichtig. Die Defensive weiß, sie sie ihm den Ball in jeder Not zuspielen kann. Er fehlt uns sehr."

Darum ist Adeyemi kein Thema

Mit Spannung verfolgt Hoeneß, wie sich der deutsche Teamstürmer Karim Adeyemi am Mittwoch im Salzburg-Trikot präsentiert. Einen möglichen Transfer im Sommer zu den Bayern schließt er jedoch aus. Seine Begründung: "Grundsätzlich ist das ein sehr guter Spieler. Das Problem ist nur, wenn du so einen Spieler holst, musst du ihm auch Perspektiven aufzeigen können." Man habe allerdings in der Offensive mit Coman, Lewandowski, Sane, Gnabry oder Musiala bestens bestückt, da sei es schwierig, eine Stammplatz-Garantie zu geben. "Das ist das Hauptproblem, da tut sich Dortmund leichter."

Jetzt E-Paper lesen