Hofer warf Van der Bellen Ostblock-Spionage vor

Im letzten TV-Wahlduell zwischen Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen wurde der Ton zwischen den Kontrahenten wieder deutlich schärfer. FPÖ-Kandidat Hofer warf Van der Bellen sogar vor, ein Ostblock-Spion gewesen zu sein.

Im letzten TV-Duell vor dem Wahlsonntag gaben beide Hofburg-Kandidaten noch einmal alles. Zwischenzeitlich wurde der Ton zwischen den Kontrahenten sehr emotional und auch äußerst aggressiv. Das Duell war ein Spiegelbild des sehr polarisierten Wahlkampfes. Mehrmals warfen sich die beiden Kandidaten vor, zu lügen.

Gleich zu Beginn zeigte sich Van der Bellen entrüstet über den Vorwurf von FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel, sein Vater sei ein Nazi gewesen. Norbert Hofer bezeichnete dies als "grobes Foul", auch er und sein Vater seien von Unterstützern Van der Bellens als Nazis beschimpft worden.

Spionagevorwurf

Für besonderes Aufsehen sorgte der Vorwurf von Norbert Hofer, Van der Bellen sei ein Spion für den Ostblock gewesen. Er zitierte ein Buch des ehemaligen Generaldirektors für Öffentliche Sicherheit Michael Sika, "in dem taucht der Name Van der Bellen dreimal auf", so Hofer. Diesen Vorwurf quittierte Van der Bellen mit einem Lachen. Er kenne das Buch nicht, insofern sei der Vorwurf unfair. "Wenn sie das früher vorgebracht hätten, hätten wir sie verklagt", stellte Van der Bellen klar. 

Van der Bellen mutmaßte dann, das Buch beziehe sich auf eine Analyse der österreichischen Rüstungsindustrie, an der er mitgewirkt habe. "Spionage ist ein Kapitalverbrechen", stellte Van der Bellen klar. "Wenn das auch nur irgendetwas dran gewesen wäre, dann wäre ich längst angeklagt und verurteilt worden", versichere er.

Beide Kandidaten nicht siegessicher

Der Vorwurf der Lüge wurde zwischen den Kandidaten auch im weiteren Verlauf des TV-Duells weiter mehrmals ausgetauscht. Besonders Norbert Hofer warf Van der Bellen wie ein Mantra wiederholt vor "Sie lügen schon wieder". Insgesamt fühlten sich die Analysten im ZIB-Studio wohl ebenso wie die Zuschauer aufgrund des scharfen Tonfalls an das berüchtigte, unmoderierte ATV-Duell erinnert. "Das zeigt, dass sich beide Kandidaten ihres Sieges nicht sicher sind", meinte Politikwissenschafter Peter Filzmaier.

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