Die Briten wollen keinen Militärschlag gegen Syrien, Obama will "im Interesse der USA" handeln, nur Frankreich hält sich nicht zurück. Die Franzosen seien auch bereit ohne England gegen die Syrer vorzugehen.
Die Briten wollen keinen Militärschlag gegen Syrien, Obama will "im Interesse der USA" handeln, nur Frankreich hält sich nicht zurück. Die Franzosen seien auch bereit ohne England gegen die Syrer vorzugehen.
Frankreich besteht auch nach dem Nein des britischen Parlaments zu einem Militärschlag gegen Syrien auf einer Bestrafung der Verantwortlichen für den mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz. Er sei für ein harte Strafmaßnahme, sagte Präsident Francois Hollande am Freitag der Tageszeitung "Le Monde". Dazu werde sein Land eng mit den Verbündeten zusammenarbeiten. Frankreich sei auch ohne Großbritannien zum Handeln bereit.
Cameron wurde von Briten-Parlament überstimmt
Zuvor hatte die Regierung von Premierminister David Cameron überraschend eine Abstimmung im Parlament über einen Einsatz verloren. Cameron erklärte anschließend, es sei klar geworden, dass die Abgeordneten und das britische Volk gegen einen Militärschlag seien. "Das habe ich verstanden und die Regierung wird entsprechend handeln."
Giftgas-Untersuchungs-Ergebnisse am Freitag
Großbritannien ist seit Jahrzehnten einer der engsten Verbündeten der USA. Cameron brach seinen Urlaub ab und rief das Parlament aus der Sitzungspause zurück, um über einen Angriff auf Syrien zu debattieren. Die Opposition und einige Abgeordnete aus Camerons eigener Partei verlangen, dass die Regierung auf die Ergebnisse der UN-Untersuchungen des mutmaßlichen Chemiewaffen-Einsatzes nahe Damaskus wartet. Diese werden für Freitag erwartet.
Obama: Entscheidung "im Interesse der USA"
US-Präsident Barack Obama will seine Entscheidung über eine Militärintervention in Syrien "im Interesse der USA" fällen. "Wir haben das Ergebnis der Parlamentsabstimmung in Großbritannien gesehen", erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden, am Donnerstag in Washington. Die USA stünden weiterhin mit der britischen Regierung in Verbindung, Obama werde sich aber bei seiner eigenen Entscheidung davon leiten lassen, "was im Interesse der USA liegt", führte sie aus.
Der US-Präsident sei davon überzeugt, dass Kerninteressen des Landes auf dem Spiel stünden und dass Staaten, die gegen internationales Recht verstoßen hätten, "dafür zur Verantwortung gezogen werden müssen", erklärte Hayden. Sie bezog sich damit auf die vermuteten Giftgaseinsätze im syrischen Bürgerkrieg, die mehrere westliche Staaten der Regierung in Damaskus anlasten.
Hunderte demonstrierten in NY gegen Militäreinsatz
Die Debatte über eine mögliche US-Militärintervention in Syrien hat am Donnerstag (Ortszeit) in New York Hunderte Demonstranten auf die Straße getrieben. Am belebten Times Square fanden sich inmitten tausender Touristen sowohl Gegner als auch Anhänger der syrischen Regierung sowie US-Bürger ein, die schlicht gegen jeden weiteren Militäreinsatz der USA im Ausland sind. "USA, NATO - Finger weg von Syrien", riefen die Demonstranten. Viele hielten syrische Flaggen in den Händen.
APA/red.