Auf dem Future Cleantech Festival in Remscheid haben Wissenschafter der Universität Stuttgart eine neue Holzdecke getestet. Das Ergebnis: Das Deckenfeld trägt 20 Tonnen Zusatzgewicht und biegt sich dabei nur zwölf Millimeter durch.
Die sogenannte UniversalTimberSlab ist 36 Zentimeter dick - und damit so schlank wie eine vergleichbare Stahlbetondecke. Der Clou: Sie kommt ohne Balken und ohne tragende Zwischenwände aus.
Wie Forschung und Wissen berichtet, verursachen herkömmliche Geschossdecken aus Stahl und Beton rund 40 Prozent der grauen Emissionen eines Gebäudes. Die neue Holzdecke braucht hingegen rund zwei Drittel weniger Stahlbeton.
Der Trick liegt in der neuartigen Segmentierung: Die einzelnen Holzstücke bestehen aus Brettschichtholz und werden so angeordnet, dass ihre Fasern dem tatsächlichen Kraftfluss folgen. Eine dünne Betonschicht auf dem Holz übernimmt die Druckkräfte, während das Holz die Zugkräfte trägt.
Im Vergleich zu herkömmlichen Holzdecken spart das neue System 30 bis 70 Zentimeter Konstruktionshöhe pro Geschoss ein. Bei mehreren Stockwerken summiert sich das auf mehrere Meter - und die Fassadenfläche verringert sich um bis zu 20 Prozent.
Das erste Pilotprojekt ist bereits in Vorbereitung: In Oberkochen im Ostalbkreis entsteht das sogenannte Zukunftsforum - ein dreigeschossiges Gebäude mit 1.400 Quadratmetern Fläche in der neuen Bauweise.
Das Gebäude soll Ausstellungen, Arbeitsflächen, offene Werkstätten und Labore beherbergen. Weil keine tragenden Zwischenwände nötig sind, lassen sich die Räume flexibel gestalten und später einfach umbauen.