84,1 Prozent der 500 größten Unternehmen Österreichs sind der Ansicht, dass flexible Arbeitszeitmodelle notwendig sind, um künftig Mitarbeiter besser ansprechen zu können. Neue Formen der Arbeit zählen zu den Top-3 der internen Herausforderungen an Unternehmen. Ein Drittel der Firmen bietet bereits die Möglichkeit des Home-Office an, ein weiteres Drittel möchte dies verstärkt in Zukunft tun. Dennoch gehen die Meinungen darüber auseinander!
, um künftig Mitarbeiter besser ansprechen zu können. Neue Formen der Arbeit zählen zu den Top-3 der internen Herausforderungen an Unternehmen. Ein Drittel der Firmen bietet bereits die Möglichkeit des Home-Office an, ein weiteres Drittel möchte dies verstärkt in Zukunft tun. Dennoch gehen die Meinungen darüber auseinander!
Rund ein Fünftel der befragten Personalverantwortlichen im Rahmen der erklärte, dass sich Mitarbeiter, die nicht die Möglichkeit haben oder nutzen, ihre Arbeitszeit flexibel einzuteilen, häufig beschweren. Sie haben das Gefühl, mehr Arbeit erledigen zu müssen als diejenigen Mitarbeiter, die flexible Arbeitszeiten haben. Auch jeder zehnte Mitarbeiter selbst denkt, mehr arbeiten zu müssen als ihre Kollegen im gemütlich-heimeligen Wohnzimmer.
Microsoft schaffte das Büro schon ab
Am Home-Office scheiden sich also immer noch die Geister. Nicht einmal internationale Riesen-Konzerne sind sich einig. Yahoo-Chefin Marissa Mayer etwa hat ihre Mitarbeiter Anfang 2014 von ihren Arbeitsplätzen zu Hause wieder in die Firmenzentrale zurückbeordert und sogar mit Kündigung gedroht.
Microsoft dagegen geht gerade den umgekehrten Weg und schafft das klassische Büro ab. In der Wien-Zentrale des Softwareherstellers können Mitarbeiter kommen und gehen, wann immer sie wollen, solange sie die mit dem Chef vorab definierten Ziele erreichen.
Mit Laptop und Handy überall online
Viele Mitarbeiter versprechen sich vom flexiblen Arbeiten jedenfalls eine bessere Work-Life-Balance und dass sich Familie und Beruf besser vereinbaren lassen. Dazu macht es der Fachkräftemangel den Betrieben zunehmend schwer, geeignetes Personal zu finden und an sich zu binden. Gleichzeitig rückt die junge Generation Y nach, die ihre ganz persönliche, neue Vorstellung von einer gelungenen Lebensführung hat.
Das Home-Office ist früher oder später im Recruiting ein Wettbewerbsvorteil, sind sich Experten sicher. Es erhöht die Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation und trägt damit zum Erfolg des Unternehmens bei. Ein schneller, günstiger Internetzugang an jedem Ort, leistungsstarke Smartphones, die sich auch für den Job nutzen lassen und Cloud-Dienste sind dazu mittlerweile Alltag.
Kosten sinken dank Home-Office
Unternehmen können weiters Kosten für Gebäudemieten und Büroplätze senken, wenn verstärkt auf externe Arbeitsplätze gesetzt wird. Andererseits kommen auf die Personalabteilungen und Teamleiter gewaltige rechtliche und organisatorische Aufgaben zu. Konzepte zur Leistungsbeurteilung, Personalentwicklung, Arbeitsschutz oder Wissensmanagement müssen komplett neu gestaltet werden.
Es kommt auf den Job an
Kritisch wird vor allem der Datenschutz gesehen und die Organisation von Meetings, wo Mitarbeiter ab und an doch persönlich anwesend sein sollten. Betroffen von der Flexibilisierung sind deshalb vor allem die Manager in den Fachabteilungen. Wichtig ist die Entscheidung, welche Aufgaben der Mitarbeiter im Home-Office übernehmen soll, und für welche Jobs er den Betrieb aufsucht. Arbeiten, die längere Konzentration am Stück erfordern, lassen sich abseits der Hektik des Großraumbüros schneller erledigen.
Überall dort, wo Innovationen gefragt sind, kann das hemmend wirken. Denn die besten Ideen entstehen in der Gruppe: Einer hat den Einfall, der nächste nimmt ihn auf und spinnt ihn weiter, der dritte findet die Schwachstelle, der andere löst das Problem. Ein hochinnovativer Konzern wie Google erlaubt Heimarbeit deshalb nur in Ausnahmen und setzt stattdessen auf moderne Büro-Arbeitsplätze mit hohem Wohlfühl-Faktor.
Conclusio: Einerseits lassen sich Arbeitnehmer und Firmen, die Home-Office kritisch gegenüber stehen, durch bessere Organisation und Kommunikation dafür begeistern. Andererseits stehen Unternehmen dem Thema mit vielen Vorbehalten gegenüber. Viele können sich noch wenig bis gar nicht vorstellen, dass ein Arbeiten ohne ständiger Anwesenheit im Unternehmen produktiv ist. Es stellt sich die grundsätzliche Frage des Vertrauens und Führungsstils.