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Homo-Ehe bald in gesamter EU anerkannt?

Ein Rumäne hatte Klage beim Europäischen Gerichtshof eingebracht, weil sein Land seinem frisch angetrauten Ehemann den Aufenthalt verweigert.

Heute Redaktion
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Zwei Homosexuelle halten sich auf dem Straßenfest zum Christopher Street Day in Thüringen an den Händen (Archivfoto vom 16.07.2011).
Zwei Homosexuelle halten sich auf dem Straßenfest zum Christopher Street Day in Thüringen an den Händen (Archivfoto vom 16.07.2011).
Bild: picturedesk.com

Ein hochrangiger Berater des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hat sich für eine Anerkennung der Homo-Ehe in allen EU-Staaten ausgesprochen – auch in Ländern, in denen diese nicht möglich ist.

Melchior Wathelet sprach gegenüber "Reuters" davon, dass die Begriffe Ehemann/Ehefrau auch für gleichgeschlechtliche Partner gelten sollten. Konkret geht es dabei um das Recht auf Aufenthalt in EU-Staaten für Familienmitglieder.

Ein Rumäne brachte mit seiner Klage den Stein ins Rollen. Der Mann hatte 2010 in Belgien, wo die Homo-Ehe schon erlaubt war, einen Amerikaner geheiratet. Doch als sein frischgebackener Ehemann eine Aufenthaltsbewilligung in Rumänien beantragt hatte, wurde ihm diese verwehrt. Denn in dem osteuropäischen Land ist die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern verboten und wird auch nicht anerkannt.

Die Klage des Paares zog sich über die nationalen Gerichtshöfe bis hin zum EuGH. Das Urteil in der Causa steht noch aus, könnte aber weitreichende Folgen in puncto Homo-Ehe für alle EU-Staaten haben. (red)