Homoerotische Orgie im Wiener mumok

Mannomann, dieses Performer-Duo knöpft Wiener Kunstsinnige ab 30.6. aber ganz gehörig auf. Die Intsallation "SIR" sorgt für Wallungen, für "Heute" performt Casey Spooner noch dazu oben ohne zwischen seinen Gespielen.

(Halb-)nackte Männer, immer und überall. Ketten-Bondage, Badeschaum, raue Liebe. Im Bett, im Spiegel, im Waschbecken. Der Ausstellungsraum ist mit Haut tapeziert, das Testosteron tropft von den Wänden. FISCHERSPOONER bündeln all ihre Künste und verwandeln das Wiener Museum mit ihrer Installation in einen Darkroom aus Sound, Sex und Spirit.

Smalltalk im orgiastisch-opulenten Setting

Einer tobt auffallend oft vor Yuki James' Linse: Casey Spooner, eine Hälfte des New Yorker Sound- und Kunst-Duos FISCHERSPOONER. Er sieht aus wie ein gemalter Pornostar aus den 90ern – auf den Bildern und in echt. Casey ist nämlich hier und lädt uns, dauerlustwandelnd auf dem schmalen Grat zwischen privatem Raum und öffentlicher Inszenierung, zum Grenzgang in sein orgiastisch-opulentes Universum.

„Das alles hier sind Freunde, Affären, Mentoren, Künstler. Menschen, die mich bereichern, mit denen ich schlafe oder arbeite."

"Bilderserie dokumentiert auch einen Verfallsprozess"

Aufgenommen wurde die Serie in seinem früheren Apartment, zu einer Zeit, als seine langjährige Beziehung zu Ende ging und er sich der Wohnung sukzessive entzog. „Das Leben bröckelte, das Shooting dokumentiert auch einen Verfallsprozess. Da ist plötzlich ein Stuhl weg, dort fehlt schon ein Buch." Titel der weltweit ersten musealen Installation aller Künste des Dreamteam ist „SIR" – eine logische Konsequenz des gleichnamigen Album-Titels (ab Herbst, koproduziert von R.E.M.-Mastermind Michael Stipe). „Die Platte ist agressiv, unverblümt homosexuell. Die ewige Frage, die wir ausloten, lautet auch hier: Wo ist die Grenze?"

Casey performt für uns zwischen seinen Gespielen

Und dann reißt sich Casey das Shirt vom Leib und tut, was er am besten kann: performen. Für unseren Fotografen herzt er seine Lieben, spricht zu ihnen, interagiert. Wir haben kurz mitgefilmt!

Übrigens: Alle Models sind dank einer Tafel mit QR-Codes auf Sozialen Medien zu finden. Gut so, der private Kunstexzess ist ja keine geschlossene Veranstaltung. Oder?

"SIR", ab 30.6, im Wiener mumok, eine Installation von FISCHERSPOONER (Warren Fischer und Casey Spooner).

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