Horror-Eltern: Behörde hatte Vater nie kontrolliert

Nach der Befreiung von 13 Geschwistern in Perris (USA) kam heraus: Der Horror-Vater war Direktor seiner eigenen Schule – kontrolliert wurde sie nie.

Die "Horror-Eltern" von Kalifornien: Nachdem ein gepeinigtes Mädchen (17) fliehen konnte, die Polizei alarmierte und ihre 12 Geschwister befreit wurden, kommen immer neue, bizarre Details ans Licht. So soll Vater David T. (57) zuhause die private "Sandcastle Day School" betrieben haben, in der die Kinder unterrichtet wurden – seit 2010 war er als Direktor registriert. US-Medien kritisierten jetzt, dass diese Einrichtung von den Behörden nie kontrolliert worden war und setzten eine Diskussion über Hausunterricht in Gang. Hätte man die Opfer viel früher aus dem "Folterhaus" retten können? Und wäre das Martyrium früher entdeckt worden, wenn die Kinder auf eine öffentliche Schulen gegangen wären?

Alle US-Medien berichten über den schockierenden Fall (Quelle: YouTube).

Das zuständige kalifornische Bildungsministerium wehrte sich gegen die Vorwürfe. Laut geltenden Gesetzen sei man nicht dazu verpflichtet, Privatschulen zu kontrollieren. Man sei über die Rettung der Kinder und die Ermittlungen erleichtert – die "Tragödie" hätte die Angestellten sogar "krank gemacht". Die Direktorin der Sozialfürsorge des Bezirks hatte gesagt, bei der Rettung habe es sich "um die erste Gelegenheit" für ein Eingreifen in die Familie gehandelt. Der "Horror-Vater" hatte vom Staat Kalifornien die Genehmigung erhalten, in seinem Haus eine Privatschule zu betreiben – sechs Schüler waren registriert gewesen.

Ein Opfer (17) fand ein Handy – und wählte den Notruf

Die Geschwister (2–29 Jahre) waren am vergangenen Sonntag befreit worden – ein Mädchen (17) hatte im Haus ein Mobiltelefon gefunden und den Notruf gewählt. Die festgenommenen Eltern David und Louise Anna T. (49) müssen sich nun wegen Misshandlung und Kindeswohlgefährdung verantworten, sie sollen ihre Kinder mit Vorhängeschlössern an die Betten gekettet und Essen verweigert haben. Ihre Kaution wurde auf jeweils 7,3 Millionen Euro festgesetzt – am Donnerstag werden sie erstmals einem Richter vorgeführt. Nach ihrer Befreiung waren die Opfer zunächst auf der Polizei mit Getränken und Lebensmitteln versorgt worden und waren dann in umliegende Spitäler gebracht wurden.

Zudem wurde enthüllt, dass die Kinder die Bibel auswendig lernen mussten. Ihren Kinderreichtum hatte die Familie im übrigen auf Gott zurückgeführt: Er habe ihnen befohlen, so viel Nachwuchs zu haben. In den sieben Jahren in Perris soll es offenbar auch bessere Zeiten für die gepeinigten Kinder gegeben haben: Nachbarn hatten sie in der Öffentlichkeit gesehen – beim Rasenmähen und beim Weihnachtsdeko-Kauf. Anwohnerin Andria Valdez sagte dagegen: "Sie kamen immer nur nachts raus. Sie waren wirklich, wirklich blass. Wie Vampire." Und Nachbarin Leticia Gomez ergänzte: "Wir waren uns nie sicher, ob da überhaupt jemand wohnt."

Die "Horror-Mutter" war über ihre Verhaftung völlig überrascht



Weiter kam heraus, dass die Eltern nach der Schuleröffnung 2011 zwischen 81.500 Euro und 407.300 Euro Schulden angehäuft hatten – das berichtete die "New York Times". Die "Horror-Mutter" soll laut Behörden "völlig überrascht" gewesen sein, als die Polizei bei ihr vor der Tür stand und sie festnahm. Ihre Schwester Teresa R. gab US-Sendern ein Interview: "Mein Herz ist gebrochen, wenn ich an meine Nichten denke. Es tut weh und ich bin sehr wütend!" Sie soll ihre Schwester seit 20 Jahren nicht mehr gesehen, aber mit ihr regelmäßig telefoniert haben ...

(tas)

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