Österreich

Horror-Tag für unsere Rettung

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:36

Niederösterreichs Retter im Dauereinsatz: Am Montag rückten die Sanitäter der Hilfsorganisationen zu 477 Notfalleinsätzen aus. Das sind ein Drittel mehr als normal. Gründe für den Dauerstress im Ambulanzwagen: die schwüle Witterung und die Kirschernte, die zu besonders vielen Stürzen von Bäumen und Leitern führte.

Die Serie begann gleich nach Mitternacht im Bezirk Wiener Neustadt-Land. Ein 56-jähriger Mann stürzte derart schwer, dass er mit dem Notarztwagen ins Landesklinikum St. Pölten eingeliefert wurde. Kurz nach sechs Uhr morgens verbrühte sich ein 45-jähriger Neustädter den Rücken, kurz vor zehn Uhr vormittags musste ein 68-Jähriger nach einem Sturz vom Baum im Bezirk Neunkirchen künstlich beatmet ins Krankenhaus geflogen werden.

Nur drei von 477 Einsätzen innerhalb von 24 Stunden, die Niederösterreichs Sanitäter und Notärzte am Montag auf Trab hielten. Insgesamt klingelte das Notruf-Telefon in den Leitstellen von „Notruf 144“ 1107-mal, 207-mal wurden Notarztteams entsandt, 34-mal startete ein Notarzthubschrauber. So ganz nebenbei waren am Montag von den 24 Leitstellenbediensteten der Organisation noch 3187 Krankentransporte zu koordinieren.

Stefan Spielbichler, Geschäftsführer von „Notruf 144“: „Es waren um rund ein Drittel mehr Einsätze als normal. Auffallend war die hohe Anzahl von Stürzen.“

Mitgründe für die wahre Einsatzflut dürften das schwüle Wetter und die Kirschernte sein. Besonders viele Einsätze nach Stürzen vom Baum sowie Kreislaufschwierigkeiten und Herznotfälle wurden verbucht.

An der Grenze der Leistungsfähigkeit war das Rettungssystem laut Verantwortlichen aber nicht. Spielbichler: „Schlimmer ist es nur beim ersten Glatteis. Da haben wir auch schon über 800 Einsätze pro Tag erfolgreich koordiniert.“

Oswald Hicker

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen