Über Personalmangel kann sich das Hotel Alpendorf in St. Johann (Sbg.) nicht beklagen. Der Wellness-Tempel mit All-Inclusive-Verpflegung verwöhnt nicht nur die Gäste, sondern auch seine Mitarbeiter. Und zwar so sehr, dass die Wohlfühl-Herberge zu den besten Arbeitgebern Europas gewählt wurde.
Die Hotel-Chefs Sylvia und Ewald Unterkofler wissen, dass die Branche seit der Pandemie im Umbruch ist und man mehr geben muss, um seine Angestellten zu behalten. Das Ehepaar setzt deshalb schon seit zehn Jahren auf enge Bindung ihrer Mitarbeiter. So bekommen die Hotel-Angestellten etwa für Familienfeiern frei, "auch wenn es dem Betrieb schlecht passt. Dann stellen wir Aushilfen ein. Wir sehen den Mensch als Gesamtes und nicht nur seine Arbeitsleistung", sagt die Alpendorf-Hausherrin den "Salzburger Nachrichten".
Besonders will sie Müttern und Alleinerzieherinnen entgegenkommen, etwa mit flexiblen Arbeitszeit-Modellen. So konnte die Restaurantleiterin nach der Babypause ihren Job in Teilzeit weiterführen. "Gerade Mütter sind ein riesengroßes Potenzial. Wenn man das nicht einbezieht, ist man langsam falsch", weiß die Hotel-Chefin, die selbst Mama ist.
Angestellte Eltern des Alpendorfs dürfen sogar Speisen aus dem Hotel mit nach Hause nehmen. "So ersparen sich die Mütter und Väter das Gehetze zu Mittag und können entspannt mit den Kindern essen."
Seit kurzem bietet das Hotel in Zusammenarbeit mit dem AMS auch eine verkürzte Arbeitswoche an. Wer möchte, kann sein Vollzeit-Pensum auch an dreieinhalb Tagen unterbringen. "Natürlich sind das dann lange 12-Stunden-Tage. Aber dafür hat man den Rest der Woche frei und Zeit für die Familie", so Unterkofler weiter. Besonders Pendler würden von dieser Möglichkeit profitieren.