Hotelpersonal hält Papa für pädophil, ruft Polizei

Karl P. (46) wurde vom Hotelpersonal als Pädophiler abgestempelt.
Karl P. (46) wurde vom Hotelpersonal als Pädophiler abgestempelt.Bild: Facebook

Der 46-Jährige wollte mit seiner jungen Tochter eigentlich nur ihre schwerstkranke Oma besuchen: Plötzlich klopfte die Polizei an der Tür des gemeinsamen Hotelzimmers.

Karl P. (46) aus Wales und seine 14 Jahre alte Tochter Stephanie erlebten Anfang Februar den Schreck ihres Lebens: Weil er ein Doppelzimmer für sich und sein Kind gebucht hatte, wurde er vom Hotelpersonal als "Pädophiler" angezeigt.

Eigentlich hatte der Mann nur seine schwerstkranke Mutter im Krankenhaus besuchen wollen, bevor diese wegen ihres aggressiven Lungenkrebses in Behandlung ging. "Es war so schon ein sehr emotionaler Trip – aber er wurde noch viel schlimmer", schildert der 46-Jährige, der auch seine Ehefrau Kim (45), die an Multipler Sklerose leidet, betreuen muss gegenüber dem britischen "Daily Star".

Nach einer vierstündigen Zugfahrt nach Macclesfield, Cheshire, suchte sich die Familie am 8. Februar ein günstiges Hotel in Gehweite zum Spital und buchten den letzten verfügbaren Raum – ein Doppelzimmer. "Als wir ankamen, hat mir der Rezeptionist einen komischen Blick zugeworfen", erinnert sich P. Doch er habe sich nichts weiter dabei gedacht und sei mit seiner Tochter auf das Zimmer gegangen. Zehn Minuten später klopfte plötzlich eine Polizistin an der Tür. "Ich habe gedacht, meiner Mutter oder Frau sei etwas zugestoßen."

Tochter völlig "aufgelöst"

Das war zum Glück nicht der Fall, trotzdem wäre der Waliser beinahe aus den Latschen gekippt: "Wir haben einen Anruf von Travelodge erhalten, sie halten Sie für einen Pädo, der minderjährige Mädchen umgarnt", schockte ihn die Beamtin. Der falsche Verdacht hätte zwar schnell aus der Welt geschafft werden können, doch seine 14-jährige Tochter wäre nach der Befragung durch die Polizei völlig "aufgelöst" gewesen. "Meine Tochter heulte Tränen. Sie war so verängstigt – und dachte sie würden mich mitnehmen. So etwas ist mir noch nie zuvor passiert", wird der Vater zitiert.

Ein Sprecher des Betreiberunternehmens "Travelodge" entschuldigte sich später für den Vorfall und bot eine volle Erstattung der Kosten an. "In der Vergangenheit haben die proaktiven Handlungen unserer Teams geholfen, junge Menschen in Gefahr in Sicherheit zu bringen. In diesem Fall haben wir uns getäuscht", fügte der Sprecher hinzu. "Das Hotelpersonal hat das Richtige getan, verdächtige Aktivitäten zu melden, obwohl wir froh sind, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt hat", erklärte auch die Polizei von Cheshire. (red)

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