So wollen Österreichs Hotels jetzt öffnen

Seit sechs Monaten befinden sich die Hotels in Österreich in einem Corona-Tiefschlaf - das soll sich jetzt ändern.
Seit sechs Monaten befinden sich die Hotels in Österreich in einem Corona-Tiefschlaf - das soll sich jetzt ändern.ALEX HALADA / AFP / picturedesk.com
Österreich will nach den harten Lockdown-Monaten endlich wieder öffnen. Beim Gipfel der Wirtschaftskammer Österreich legten Hotels ihre Konzepte vor.

"Der Virus ist gekommen, um zu bleiben. Wir müssen lernen damit zu leben", erklärt Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich. Gemeinsam mit anderen Experten aus der Hotellerie sprach sie beim Öffnungs-Gipfel der Wirtschaftskammer Österreich über mögliche Maßnahmen, um das Reisen innerhalb Österreichs wieder zu ermöglichen und die Branche aus ihrem sechsmonatigen Tiefschlaf zu holen.

Ein Öffnungsschritt, der dringend notwendig ist, wie Sacher-Chef Matthias Winkler durchaus emotional appelliert: "Ich glaube, dass wir diese Chance jetzt ergreifen sollten, um diese Corona-Müdigkeit umzuwandeln in positive Energien, nach vorne zu schauen und zu sagen, jetzt werden auch andere Teile unseres Lebens wieder möglich, mit höchstverantwortungsvollen Gastgeberinnen und Gastgebern, mit höchstverantwortungsvollen Hoteliers." Die Möglichkeit dafür sieht er in umfassenden Sicherheitskonzepten, die vor allem Tests beinhalten, die für (fast) niemanden mehr ein Problem darstellen: "Wir haben über zwei Millionen Tests in der Woche in Österreich. Das ist längst Teil unseres Alltags."

Alle zwei Tage ein Test

Ein Konzept, dass auch für Fachverbandsobfrau und Mitgründerin der Loisium Wine & Spa Hotels die einzige Möglichkeit ist. "Die Strategie läuft auf das Testen hinaus", erklärt Kraus-Winkler. Nachdem bisher die Angestellten einmal die Woche getestet wurden, ginge es nun um das Thema Gäste-Testungen - "engmaschig und sinnvoll". Damit man eine echte Prävention und Kontrolle haben würden nur Test einen Tag vor der Anreise oder am Tag der Anreise selbst Sinn machen. "Und dann Nachtestungen, wenn die Gäste länger bleiben. Zum Beispiel nach zwei Nächten." In späterer Folge würden diese durch Impfpässe ersetzt werden.

Eine Verschärfung der bisherigen Präventionsmaßnahmen, die auch für Maria-Theresa Pichler, Direktorin des Hotels Schüttkasten in Geras, Sinn machen. "Es wird die neue Normalität, den Nachweis von den Gästen zu verlangen. Wir werden uns daran, wie an die Maske, gewöhnen." An Testmöglichkeiten sollte es mittlerweile schließlich nicht mehr mangeln.

Das Konzept, mit dem "ein sicheres Öffnen auch über die Fallzahlen, die wir jetzt haben, hinaus" angeboten werden kann, wurde kürzlich auch erneut mit dem Gesundheitsministerium und dem Bundeskanzler besprochen, wie Kraus-Winkler anmerkt. 

Ein Tropfen auf dem heißen Stein

Trotz des dringenden Appells, die Hotels endlich wieder zu öffnen, ist allen Beteiligten klar, dass dies wirtschaftlich nicht profitabel ist. "Aber es ist ein Zeichen für unsere Mitarbeiter, es ist ein Zeichen für die Bevölkerung. Wir müssen ja auch etwas anbieten, sonst kommt die Wirtschaft überhaupt nicht mehr in Gange", so Hotelier Georg Imlauer. "Wer aufsperren möchte, soll aufsperren dürfen, wer geschlossen bleiben möchte, soll geschlossen bleiben und es muss ihnen auch weiterhin geholfen werden. Sonst werden wir diese Krise nicht überstehen."

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