Am 1. Dezember war Meng Wanzhou in Kanada aufgrund eines US-Haftbefehls festgenommen worden. Der Chief Financial Officer des chinesischen Telekom-Konzerns Huawei wird vorgeworfen, mit dem Tochterunternehmen Skycom zwischen 2009 und 2014 die Sanktionen gegen den Iran durch Finanztransaktionen umgangen zu haben. Sie soll dabei auch die involvierten Banken in die Irre geführt haben.
Meng, die 46-jährige Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei, war seitdem in Untersuchungshaft gesessen. Nach einer dreitägigen Anhörung vor Gericht zahlte sie umgerechnet 6,5 Millionen Euro Kaution, um freigelassen zu werden.
Allerdings muss sie eine elektronische Fußfessel tragen, darf nachts nicht ihr Haus verlassen und steht unter 24-stündiger Überwachung. Außerdem musste Meng ihre Reisepässe abgeben, von denen sie laut US-Staatsanwaltschaft mindestens sieben hat – vier chinesische und drei aus Hong Kong. Am 6. Februar muss sie erneut vor Gericht erscheinen.
Die Finanzchefin bestreitet alle Vorwürfe gegen sie, China fordert vehement ihre Freilassung und drohte bereits sowohl Kanada als auch den USA. Am Dienstag wurde der frühere kanadische Diplomat Michael Kovrig in China festgenommen. Ob ein Zusammenhang mit Meng – eine Racheaktion – besteht, ist unklar. Laut kanadischen Behörden gäbe es aber "keine ausdrücklichen Anzeichen" dafür. (red)