Huawei FreeBuds Pro im Test: Edler Ruhepol im Lärm

Huawei hat seinen FreeBuds-Kopfhörer ein Pro-Modell spendiert. Dieses lässt kaum noch Wünsche offen und überzeugt mit einigen Neuerungen.

Nehmen wir das Fazit vorweg: Wer die besten In-Ear-Kopfhörer des Jahres 2020 haben will, hat nun neben den Apple AirPods Pro und den Sony WF-1000 XM3 mit den Huawei FreeBuds Pro einen weiteren Top-Kandidaten. Huwei ist es gelungen, nach den ersten Noise-Cancelling-In-Ears FreeBuds 3 und den vor allem preislich interessanten FreeBuds 3i die Stärken der beiden Modelle zu vereinen und den neuen Huawei FreeBuds Pro lange gewünschte Funktionen zu spendieren.

Das Design der In-Ears ist dabei komplett neu. Die Kopfhörer setzen neben dem bekannten Weiß und Schwarz nun auf die neue Trendfarbe "Silver Frost" und verfügen über einen kantigen Steg sowie farblich passende Ohrteile und einen runden Hörer-Kopf. Damit sehen die FreeBuds nun den Apple-Kopfhörern nicht mehr zum Verwechseln ähnlich und gefallen gleichzeitig mit dem hauseigenen Design, das Huawei überraschend umgesetzt hat.

Edles, aber auch schlaues Design

Bei der Verarbeitung hat sich das Unternehmen keinerlei Patzer geleistet. Die edlen Kopfhörer sehen schick aus, sind aber gleichzeitig praktisch zu reinigen. Sowohl das gesamte Gehäuse, als auch die Silikon-Aufsätze und sogar deren Innenfläschen sind leicht erreichbar und entsprechend einfach zu putzen. Einzig Wasser muss man von den FreeBuds fernhalten, den einen Spritzwasserschutz besitzen die Kopfhörer nicht.

Auch das farblich angepasste Ladecase ist neu und sieht im Gegensatz zum runden FreeBuds-3- und dem länglichen FreeBuds-3i-Behalter nun oval aus. Mit Abmessungen von 70 x 51 x 25 Millimetern ist es zwar gewachsen, passt aber noch immer in eine Hosentasche. Die Kopfhörer selbst wiegen rund 5,5 Gramm, das Ladecase kommt auf etwa 60 Gramm. Auch hier ist die Verarbeitung super und das Case lässt sich innen wie außen kinderleicht putzen.

App prüft, wie gut Kopfhörer sitzen

Gekoppelt werden die Huawei FreeBuds Pro einfach über Bluetooth mit dem Smartphone. Wer allerdings die zugehörige "AI Life"-App von Huawei nutzt, entfesselt erst die wahren Stärken der FreeBuds. Bereits von den Vorgängermodellen bekannt sind dabei die Ladestandsanzeige für die einzelnen Kopfhörer und das Case oder das Festlegen der Verknüpfungen, die bei der Touch-Steuerungen ausgelöst werden sollen. Doch hier kommen jede Menge Neuerungen hinzu. 

Die FreeBuds Pro verfügen jetzt über eine Trageerkennung und einen Passformtest. Bei der Trageerkennung kann festgelegt werden, ob der Kopfhörer weiter Musik oder Inhalte abspielen oder die Wiedergabe pausiert werden soll, wenn etwa ein Kopfhörer aus dem Ohr genommen wird. Beim Passtest spielt die App eine Prüfmusik ab, anhand derer sie erkennt, ob die Kopfhörer gut im Ohr sitzen oder eine andere Größe bei den (drei mitgelieferten) Silikonaufsätzen verwendet werden sollte.

Endlich ist Lautstärke regelbar

Ebenfalls neu ist die Touch-Steuerung der FreeBuds. Bei Befehlen geben sie nun ein hurzes, haptisches Feedback auf die Eingabe durch eine Art Knack-Vibration aus. Das Tippen ist zudem nun einer Wisch- und Druck-Steuerung gewichen. Drückt man den Steg des Kopfhörers kurz zusammen, startet und beendet man Musik und Anrufe, zweimaliges Drücken lehnt Anrufe ab und springt zum nächsten Titel und dreimaliges Drücken springt zum vorigen Titel.

Huawei FreeBuds Pro im Test
Huawei FreeBuds Pro im TestHeute

Hält man die Stege etwas länger zusammengedrückt, kann man je nach Geschmack entweder die Rauschunterdrückung oder den Sprachassistenten aktivieren und deaktivieren. Die wohl größte und genialste Neuerung zeigt sich aber, wenn man am Steg nach oben oder unten wischt: Dadurch lässt sich endlich am Kopfhörer selbst die Lautstärke regeln, ohne dass man dafür das Smartphone aus der Hosentasche holen muss. Was der App noch fehlt, sind aber Anpassungsfunktionen für die Musikwiedergabe. 

ANC und Klang als große Stärken

Letzteren Kritikpunkt macht allerdings hinfällig, dass die FreeBuds Pro wirklich außergewöhnlich gut und laut klingen. Auch auf den höchsten Lautstärken lassen sich dabei kaum Qualitätsverluste feststellen und der Bass ist kräftig, aber nicht aufdringlich ausgefallen. Die bei den FreeBuds 3i schon gute aktive Rauschunterdrückung (ANC) fällt bei den Pro-Modellen noch einmal besser aus. Auf höchster Stufe lassen die FreeBuds Pro – vorausgesetzt sie sitzen gut im Ohr – kaum noch Umgebungsgeräusche durch. Die Huawei FreeBuds Pro sind der Ruhepol im Lärm.

Neu sind dabei auch vier ANC-Modi. "Dynamisch" analysiert laufend die Umgebungsgeräusche und passt die Rauschunterdrückung entsprechend an, "Gemütlich" bietet eine geringe Rauschunterdrückung, "Ausgeglichen" eine für laute Umgebungen und "Ultra" lässt beinahe alles um den Träger herum verstummen. Neben der Möglichkeit, ANC komplett abzuschalten, gibt es auch einen "Aufmerksamkeit"-Modus. Dieser lässt Umgebunsgeräusche durch und kann zustätzlich optional Stimmen verstärken, was bei Durchsagen in den Öffis oder am Flughafen praktisch ist.

Akku ist gewaltig gewachsen

Ein kleines Manko zeigt sich beim Telefonieren, das die Huawei FreeBuds Pro allerdings mit so gut wie allen anderen In-Ears teilt. Weht der Wind etwas heftiger, kommt es zu kleineren Störgeräuschen beim Telefonieren, was an den in den Stegen verbauten Mikrofonen liegt. Hörbar ist man aber immer noch für das Gegenüber. Erfreulich ist dagegen die nun extrem lange Akkulaufeit: Im Test kamen die Kopfhörer durchgehend auf über acht Stunden (ohne ANC), was ein extrem hoher Wert für In-Ears ist.

Huawei FreeBuds Pro im Test
Huawei FreeBuds Pro im TestHeute

Die FreeBuds Pro können außerdem bis zu fünf Mal im voll geladenen Case aufgeladen werden, bevor dieses wieder ans USB-C-Kabel muss. Das ergibt zusammengrechnet eine theoretische Laufzeit von über 40 Stunden! 40 Minuten brauchen die Kopfhörer im Case übrigens, um voll zu laden, eine Stunde der Behälter. Auch eine kabellose Ladung ist mit zwei Watt möglich. Preislich liegen die Kopfhörer bei rund 180 Euro. Fazit: Mit den Huawei FreeBuds Pro sind dem Hersteller Kopfhörer gelungen, die zu den besten ihrer Art zählen und den bisherigen Branchen-Kaisern den Thron streitig machen.

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