Huawei Watch Fit im Test: Trotz Ecken eine runde Sache

Bereits Ende September bringt Huawei eine neue Smartwatch auf den Markt. Das Einsteigergerät verfolgt eine ganz neue Strategie – auch beim Design.

Bisher kannte man von Huawei die schmalen Fitnessbänder mit kleinem, ins Armband integriertem Bildschirm, aber auch die großen und runden Smartwatches. Umso mehr überrascht, das Huawei nun einen Mix aus diesen beiden Produkktlinien in den Verkauf bringt. Die Huawei Watch Fit ist sowohl beim Design, als auch bei der Technik ein Mix aus Aktivitätstracker und smarter Uhr. Angesiedelt ist das Ganze im Einsteiger-Segment bei 129 Euro und in vier verschiedenen Farben.

Die Huawei Watch Fit ähnelt dabei etwas einer Apple Watch. Allerdings ist das Uhrengehäuse hier nicht quadratisch, sondern rechteckig und schmal in der Breite, dafür groß in der Höhe ausgefallen. Das mag anfangs ungewohnt wirken, zeigt aber bei der Nutzung schnell Sinn. Auch bei schmalen Handgelenken sitzt die Huawei Watch Fit gut am Arm, trägt sich dabei angenehm und wirkt auch visuell sehr dezent – außer man setzt auf die orange oder pinke Farbe.

Das Display selbst ist 1,64 Zoll klein, bietet allerdings OLED-Technologie und eine für das kleine Display vergleichsweise überraschend hohe Auflösung von 456 x 280 Pixel. Das sorgt dafür, dass auch kleine Schriften am Bildschirm gut erkennbar sind. An den Rändern wird das Display von einem Metall-Gehäuse umfasst. Zwar ist der Übergang deutlich sichtbar, die Verabeitung allerdings hervorragend und auch an den Rändern hat man nie das Gefühl, an einer Kante anzustoßen.

Gutes Innenleben bei günstigem Preis

Dafür sorgt, dass nicht nur das Gehäuse, sondern auch das Display an den Rändern abgerundet ist. Auch beim Innenleben überrascht es, dass die Huawei Watch Fit Technik liefert, die in den teureren Wearables zu finden ist. Neben dem scharfen Display gibt es eine Auto-Helligkeitseinstellung und trotz hoher Akkulaufzeit eine insgesamt hohe Helligkeit bei einem sehenswert starken Kontrast. Einzig: Schaltet man das Display auf Daueranzeige, schwindet auch die Laufzeit gewaltig.

Das Gehäuse der Watch Fit findet sich je nach Modell auf einem schwarzen, minzgrünen, orangen oder pinken Kunststoff-Armband. Dieses wirkt zwar etwas dick geraten, hält dafür aber umso sicherer und beginnt auch nicht zu rutschen, wenn die Arme beim Sport geschwungen werden und verschwitzt sind. Das Gewicht ist mit nicht einmal 35 Gramm so gerin ausgefallen, dass die Watch Fit nach einigen Minuten am Handgelenk nicht mehr wahrgenommen wird.

Die Maße der Watch Fit betragen 46 x 30 x 10,7 Millimeter, wobei 13 x 21 Millimeter der Haut abgedeckt werden – außer beim kleineren Sakura-Pink-Modell, wo es 11 x 19 Millimeter sind. Die Uhrenbänder selbst können ausgetauscht werden, der Mechanismus zeigt sich dabei stabil, erfordert aber etwas Fummelei, wenn man es nicht dem Profi überlässt. Auch robust zeigt sich die Watch Fit im Alltag: Regen und Schwimmen ist durch die Wasserdichtheit (5 ATM) möglich. 

Ungewohnte Bedienung mit einem Knopf

Bei der Bedienung kommt die Huawei Watch Fit mit nur einer Taste an der rechten Gehäuseseite aus. Diese lässt einen zweigespaltenen Eindruck zurück. Einerseits ist sie schön dezent im Gehäuse verbaut und kann aufgrund der minimalen Erhebung nur schwer versehentlich ausgelöst werden. Andererseits ist das aber auch der Grund dafür, dass sie generell etwas schwer zu bedienen ist. Über etwas mehr haptisches Feedback hätten wir uns durchaus gefreut.

Die Taste selbst dient übrigens gleichzeitig als Power-, Menü- und Uhrzeit-Taste, was in der Praxis recht gut funktioniert. Kleines Manko dabei: Wählt man einen Menüpunkt, etwa das Sportprogramm, aus und will danach in die App-Übersicht zurückkehren, ist das nicht möglich. Die Taste bringt den Nutzer nur wieder auf den Watchface-Bildschirm, allerdings keinen Schritt zurück in den Menüs. Gescrollt und Apps ausgewählt wird über den Touchscreen, der wieder sehr kratzfest ausfiel.

Zu finden ist alles, was man schon bisher von den Huwaei Watches kennt. Der Knopfdruck öffnet die App-Liste mit Trainings, Gesundheitsprogrammen und Einstellungen. Der Wisch am Display nach rechts oder links zeigt Schritte und Wetter ebenso wie Musik und Herzfrequenz- sowie Stressmessung an. Per Wisch nach oben gelangt man zu den empfangenen Nachrichten, etwa von WhatsApp. Nach unten gewischt öffnen sich die Einstellungen, Wecker und Display-Sperre.

Komplett neue Watchface-Designs

Was bei den Huawei Watches bisher eine nette Spielerei war, findet sich jetzt auch in der Huawei Watch Fit: Jede, jede Menge Watchfaces. Alleine auf der Uhr sind schon einige zu finden, wer zudem die dazugehörige Health-App von Huawei nutzt, bekommt Dutzende zum Download. Nicht nur das: Erstmals können auch eigene Smartphone-Fotos als Watchface verwendet werden. Schade: Nur eine solche Vorlage gibt es in der App – mehrere eigene Faces lassen sich nicht speichern.

Auch eine weitere Neuheit zeigt sich: Einige Watchfaces dürfen nun mit Apps belegt werden – so kann das Wetter oder die Herzfrequenz direkt vom Watchface aus angesteuert werden, ohne das Menü zu öffnen. Je nach Helligkeit, Anzeigedauer und Watchface schwankt allerdings die Akkulaufzeit enorm. Mit Auto-Einstellungen und ohne Sport-Nutzung samt GPS liegt sie knapp über neun Tage und halbiert sich, wenn alles auf Maximum gedreht wird. Dennoch kein schlechter Wert. Voll geladen ist die Uhr in rund 90 Minuten über das mitgelieferte Magnetkabel.

Bei den Sportmodi sind beinahe 100 nun in der Liste des Anbieters, das kennt man von den anderen Modellen. Auch GPS ist in der Uhr verbaut, das war bei den Anfangsmodellen der Smartwatches noch anders. Doch was unterscheidet die Uhr eigentlich von den teureren Kollegen? Es gibt hier keinen Musikspeicher, sie kann nur vom Smartphone gestreamt werden. Und auch Bluetooth-Telefonie ist nicht dabei. Das lässt sich alles verschmerzen, wenn man die Huawei Watch Fit als Fitness-Tool im Einsatz hat, denn mit dem Preis und ihren Funktionen macht sie dabei eine richtig gute Figur.

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