Huawei Watch GT 3 im Test: Eine Uhr für die Elite

Stärkerer Akku, schärferes Display, drehbare Krone – Huawei hat seine GT-Smartwatch-Serie aufgepeppt. "Heute" hat die schicke Elite Edition getestet.

Aller guten Dinge sind drei: Mit der Huawei Watch GT 3 macht die sportliche Smartwatch-Serie des Technologieunternehmens ihren bisher größten Sprung. Nicht nur, dass Huawei nun auch bei dieser Uhren-Serie auf das hauseigene Betriebssystem HarmonyOS setzt, auch Funktionen, Akku, Display und Bedienung wurden verbessert und teils ganz neu umgesetzt. "Heute" hat sich das Luxus-Modell Watch GT 3 46mm Elite Edition um 329 Euro genau angesehen.

Die Elite Edition (ab 329 Euro) sieht aus wie eine moderne, schicke und luxuriöse klassische Armbanduhr. Sie bietet ein Edelstahlgehäuse mit ebenso metallenem Armband, alternativ gibt es das 46 mm Modell auch als Active-Version mit Fluoelastomer-Band und als Classic Edition mit Lederarmband. Im Inneren gleichen sich die Modelle, der Nutzer kann also das Modell je nach Vorliebe wählen. Wer viel sportelt, wird da eher zur Active greifen, als Hingucker eignet sich die Elite.

Tolles Tragegefühl und schickes Design

Das Tragegefühl ist nicht nur mit den Leder- und Kunststoff-Bändern, sondern auch mit dem Edelstahl-Band hervorragend. Es fühlt sich etwas steifer ein, bietet aber einen angenehmen Sitz und lässt sich dank der einfach austauschbaren Band-Glieder auch an das eigene Handgelenk perfekt anpassen. Mit rund 43 Gramm ohne Band ist die Smartwatch am Arm deutlich spürbar, das Tragegefühl aber auch nach Stunden noch angenehm. Selbst das Tragen beim Schlafen ist überraschend komfortabel.

Gut gefällt, dass Huawei dem runden Bildschirm treu bleibt und keine eckigen Versuche wagt. Am rechten Rand gibt es eine neue, drehbare Krone, die nicht nur per Druck ausgelöst wird, sondern auch drehbar ausgefallen ist. Darunter gibt es wieder eine flachere, länglichere Taste, mit der die Sportprogramme der Smartwatch aktiviert werden. Das zum Rand hin gewölbte Display ermöglicht nun den Blick auf die Smartwatch-Lünette samt Minutenmarkierungen und Ziffern im 5er-Takt. Kurz: mit einem klassischen Watch Face geht die Elite Edition auf den ersten Blick als teures, klassisches Uhrenmodell durch.

Kann, muss aber nicht ständig ans Handy

Die hervorragende Verarbeitung ermöglicht es auch, die Watch in so gut wie jeder Umgebung einzusetzen. Staubdicht ist sie sowieso, außerdem ist sie bis zu 50 Meter Tiefe wasserdicht. Damit kann die Smartwatch nicht nur beim Sporteln samt Schweiß oder beim Duschen getragen werden, auch lange Schwimmtrainings sind kein Problem für sie. Simpel und schnell läuft wieder die Einrichtung der Uhr ab, egal ob man über ein Android-, iOS- oder Harmony-Smartphone verfügt. Die "Huawei Health"-App erkennt die Uhr automatisch, mit wenigen Fingertipps ist mit aktueller Software versehen und einsatzbereit.

Verbunden wird die Huawei Watch GT 3 per Bluetooth mit dem Smartphone, bei der Nutzung ist aber keine ständige Verbindung notwendig. Telefonieren per Smartwatch oder das Empfangen von App-Benachrichtigungen erfordert zwar eine aktive Handy-Verbindung, die GPS-Ortung zum Sporteln sowie die Messung aller Gesundheitsdaten funktioniert aber auch, wenn die Watch nicht mit dem Smartphone gekoppelt ist. Der Blick in die "Health"-App lohnt sich aber für zusätzliche Infos.

Das ist der große Knaller bei der GT 3

Auffällig ist, dass Huawei nun keinerlei Kompromisse mehr eingeht und voll auf das neue Betriebssystem HarmonyOS setzt. So bietet die neue GT 3 anders als die Schwestern-Serie Huawei Watch 3 (ohne GT) nicht mehr die Möglichkeit, zwischen HarmonyOS und dem von ihm ablösten Betriebssystem Lite OS hin- und herzuschalten. Das macht die Uhr nicht nur mit so gut wie allen Smartphones kompatibel, sondern sorgt auch für das größte Highlight der Watch GT 3. Dass der ultralange Stromsparmodus dabei gestrichen wurde, was eigentlich nach Nachteil klingt, zeigt sich im Praxistest als gewaltiger Bonus.

Die Akkulaufzeit der Huawei Watch GT 3 ist nämlich stark wie nie. Zum Vergleich: Mit dem stärksten Modell der Huawei Watch 3 kamen wir im "normalen" HarmonyOS-Modus auf rund eine Woche und im stromsparenden Lite-OS-Modus samt eingeschränkter Funktionalität auf rund drei Wochen Laufzeit. Die Huawei Watch GT 3 bietet nun eine Laufzeit von rund zwei Wochen mit ihrem einzigen Vollumfang-Modus. Klar, eine eSIM-Funktion zum Telefonieren mit der Watch ohne gekoppeltes Smartphone fehlt zwar bei der GT 3, dennoch ist die extrem starke Akkulaufzeit mehr als nur bemerkenswert. 

Mit einem Gerücht muss aufgeräumt werden

Ein kleines Manko ist, dass Huawei die Möglichkeit etwas versteckt, Apps auf der Watch GT 3 zu installieren. Anders, als das viele Testberichte behaupten, ist das nämlich sehr wohl möglich. Huawei hat zwar den hauseigenen App-Store, die AppGallery, nicht mehr direkt auf der Uhr anbietet, sondern in der Health App, wo sich auch schon Apps von Drittanbietern finden. Mit dieser Möglichkeit könnte und dürfte Huawei durchaus etwas mehr angeben! 26 Apps finden sich auf der Watch übrigens vorinstalliert, von der Musikdatenbank über die Fitness-Anwendungen bis hin zum Terminkalender und dem Auslöser für die Smartphone-Kamera. Funktionen wie die letztgenannte sind dabei Huawei-exklusiv und sind nur im Zusammenspiel mit einem Huawei-Handy nutzbar, viel gibt es davon aber nicht.

Gänzlich neu fällt die Bedienung aus. Durch das Drehen der Krone können die App-Listen am Display nach oben und unten gescrollt, die Lautstärke erhöht oder gedämpft und die App-Ansicht gezoomt oder verkleinert werden. Alles geht dabei mit einem sanften haptischen Feedback vonstatten. Ein Druck auf die Krone wählt zudem den gewünschten Inhalt aus oder startet die angepeilte App. Die untere, nur leicht aus dem Gehäuse hervorstehende Taste startet dagegen den Trainingsmodus mit den verschiedenen Laufkursen und über 100 Workout-Modi in Dutzenden Sportarten.

Neues Display und Top-Funktionen

Muss die Uhr tatsächlich nach rund einer Woche geladen werden, funktioniert dies übrigens nicht nur über die kabelgebundene Ladeschale, sondern auch kabellos oder gar per umgekehrtem Laden per Smartphone. Betriebssystem und Programme funktionieren zudem flott und zuverlässig. Das 1,43 Zoll große AMOLED-Farbdisplay löst nun mit 466 x 466 Pixel auf, ist also etwas größer und schärfer geworden. Top sind die Funktionen und die wählbaren Ziffernblätter, von sportlich über elegant bis hin zu opulent steht den Nutzern eine breite Auswahl an Watch Faces zur Verfügung.

Bei den Sportprogrammen der Uhr wurde ebenfalls wieder nachgebessert. Neben den vielen Lauf-, Wander-, Schwimm- und Radfahrtrainings gibt es auch ausgefallene oder nicht so oft zu findenden Modi wie Seilspringen oder gar Triathlon. Bei Outdoor-Sportarten reagierte das GPS wieder gekonnt schnell, Abweichungen zu einem teuren Trainingscomputer gab es im minimalen Meterbereich von einen bis drei Meter gemessen auf fünf Kilometer. Auch der GPS-Modus ohne Smartphone-Koppelung wurde verbessert, hier ist kein sekundenlanges Warten auf das GPS-Signal mehr notwendig.

Eine Uhr (nicht nur) für die Elite

Die Huawei Watch GT 3 ist eines der größten Smartwach-Updates in der Wearable-Geschichte von Huawei. Besonders beeindruckt dabei, dass der Akku dermaßen bärenstark ausgefallen ist und Huawei voller Selbstvertrauen nun voll auf das Betriebssystem HarmonyOS setzt. Beides ist ein Zugewinn für die Smartwatch und den Nutzer. Dass die Uhr zudem reibungslos mit Android und iOS funktioniert, macht sie auch einer breiten Masse zugänglich. Der Preis mag mit rund 329 Euro hoch erscheinen, dafür bekommt man aber eine schlaue Smartwatch mit hervorragender Verarbeitung.

Schön ist auch, dass Huawei nicht in einen Modellrausch verfällt. Es gibt insgesamt drei Modelle des 46-mm-Geräts, die sich rein durch die Design-Elemente wie Kunststoff-, Leder oder Metallarmband unterscheiden. Personalisieren lässt sich die Smartwatch zudem mit Tausenden Watch Faces, wer will kann da jeden Tag ein neues erscheinen lassen. Die Huawei Watch GT 3 ist eine toll verarbeitete Smartwatch (nicht nur) für die Elite, die mit ihrer langen Laufzeit, den vielen Funktionen und ihrem neuen Betriebssystem im Test jedenfalls überzeugen kann.

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