Huawei Watch GT2 im Test: Sagt Stress den Kampf an

Schön schlau: Die Huawei Watch GT 2 im Test. (Video: rfi)
Schön schlau: Die Huawei Watch GT 2 im Test. (Video: rfi)
Huawei bringt die zweite Version seiner Smartwatch GT auf den Markt. Sie wurde schlauer, spielt jetzt Musik ab und regelt den Stress des Nutzers.
Mit der Huawei Watch GT haben die chinesischen Hersteller viele andere Smartwatch-Hersteller bei der Akkulaufzeit blass aussehen lassen. Gut zwei Wochen lang hielt die Uhr bei durchschnittlicher Nutzung durch, mehr als eine Woche bei Nutzung der Sportprogramme mit GPS-Ortung. Nun kommt der Nachfolger Huawei Watch GT 2 auf den Markt.

Im Test zeigt sich, dass sich an den Stärken wenig geändert hat. Der Akku verfügt über die gleiche Power, das Design wurde zwar nicht komplett überarbeitet aber aktualisiert und es haben neue schlaue Funktionen Einzug gefunden. Kleiner Wermutstropfen: Da die Uhr wieder das hauseigene Betriebssystem Lite OS nutzt, kann man keine eigenen Apps installieren und muss auf die vorinstallierten zurückgreifen.

Neue Modelle

Verbinden lässt sich auch die Watch GT 2 sowohl mit Android-, als auch iOS-Smartphones. Die Uhr kommt in verschiedenen Modellen und Größen. In der Größe 46 Millimeter gibt es die Sport (schwarzes Gehäuse, Silikonband) und die Classic Edition (grau-silbernes Gehäuse, Lederband). Bei der Größe 42 Millimeter wird stylisch der Ziffernring weggelassen, hier gibt es die Classic (Lederband, silbernes Gehäuse) und Elegant Edition (Gehäuse und Metallarmband in Rosegold).



CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Modelle kommen ab Ende Oktober ab 249 Euro auf den Markt. Gemeinsam haben sie die technischen Daten: Einen Kirin A1 Chip, 4 Gigabyte internen Speicher, 32 bzw. 16 Megabyte Arbeitsspeicher, Akku mit 455 bzw. 215 Milliamperestunden, wasserdichtes Gehäuse und 1,39 Zoll großes Display. Auch wenn das Display im Vergleich zur GT nicht gewachsen ist, es zeigt mehr an. Schriften und Benachrichtungen wurden besser lesbar umgesetzt und stehen nicht mehr über den Rand hinaus.

Schnell eingerichtet

In der Packung findet sich neben der Uhr auch ein USB-C-Ladekabel, ein magnetischer Ladeadapter und eine Schnellstartanleitung. Huawei-gewohnt ist die Smartwatch schnell betriebsbereit. Zur Nutzung benötigt man auf dem Smartphone, das man koppeln will, die Huawei-App Health. Dann wird die Uhr Schritt für Schritt angemeldet, optional gibt man auch Daten wie Körpergewicht und Alter an.

Updates lassen sich auf die Uhr automatisch einspielen, Huawei veröffentlicht hier auch regelmäßige Sicherheits- und Funktions-Updates. Schon ist die Uhr betriebsbereit. Vor allem das neue Design sticht ins Auge. Das AMOLED-Display ist leicht abgerundet und spannt sich über die ganze Geräteoberseite. Die Bänder sind gewohnt angenehm zu tragen, die Uhrentasten sind nun zudem ohne Rillen und bei den Modellen mit Ziffernring ist dieser flacher ausgefallen. Der wahre Hingucker für uns ist aber das 42-Millimeter-Modell ohne Ziffernring, das extrem elegant wirkt.

Neue Hardware verbaut

Gänzlich neu ist, dass man über die Uhr Telefonate führen und Musik abspielen kann. Dazu sind in der Watch GT 2 ein Mikrofon an der linken Geräteseite und und ein Lautsprecher an der rechten Geräteseite verbaut. Telefonate werden über das gekoppelte Smartphone auf der Uhr geführt, Musik kann allerdings tatsächlich auf die Uhr geladen und ohne Smartphone abgespielt werden. Der Ton zeigt sich überraschend gut, verzerrt nur bei höchster Lautstärke.



Der Speicher von 4 GB ist ausreichend, um genug Musik für einen ganzen Tag aufzuspielen. Bei den Tasten wird über die obere das App-Menü geöffnet, wo sich alle Trainings, Infos und Anwendungen wie Wetter, Wecker oder Barometer finden. Über die untere Taste kann der Sportmodus mit der Wahl des Trainingsprogramms gestartet werden, es lässt sich aber auch eine beliebige App wie etwa den Wecker darauf legen. Der Rest kann auch über den Touchscreen gesteuert werden.

Etwas Geschick beim Telefonieren

Etwas Arbeit ist für Anrufe auf der Uhr notwendig. Über die Uhr lässt sich nämlich nicht die gesamte Kontaktliste einsehen, sondern nur die zuletzt ausgehenden Gespräche. Will man andere Kontakte anwählen, muss man dazu über das Smartphone eine Favoritenliste erstellen. Klasse dafür, dass die Watch nicht mit Benachrichtigungen überladen wird: In der App lässt sich bis ins Detail einstellen, welche Infos die Uhr ausspielen soll oder nicht. Wer etwa nicht mit der Uhr telefoniert, kann sich alle Telefonier-Benachrichtigungen einfach abstellen.

Bei den Sportprogrammen der Uhr wurde ebenfalls nachgebessert. Neben den vielen Lauf-, Wander-, Schwimm- und Radfahrtrainings gibt es nun auch die Modi Crosstrainer und Rudermaschine. Bei Outdoor-Sportarten reagierte das GPS wieder gekonnt schnell, Abweichungen zu einem teuren Trainingscomputer gab es im minimalen Meterbereich gemessen auf fünf Kilometer. Auch der GPS-Modus ohne Smartphone-Koppelung wurde verbessert, Routenabkürzungen wie noch beim Vorgänger gab es dieses Mal nicht.

Die Uhr wird zum Lebens-Coach

Schlau gemacht sind wiederum die Coaching-Funktionen der Uhr. Nach Sporteinheiten zeigt die Watch wieder, wie viel Regenerationszeit dem Nutzer empfohlen wird. Für Anfänger bis Profis gibt es auch wieder abgepasste Trainingspläne, um die Leistung zu verbessern oder die Leistungsstufe zu halten. Auch der Schlaf wird wieder aufgezeichnet und analysiert. Die App zeigt nach einer Nacht, wie ruhig und erholsam sie war, spielt leichten, REM- und Tiefschlaf auf und gibt Tipps für einen besseren Schlaf.



Gänzlich neu sind aber zwei Coachings. Einerseits zeigt die Uhr nun auch den Stress des Nutzers an. Dazu zieht die Uhr Bewegungs- und Herzfrequenzdaten heran und spielt einen Stresslevel heraus, dessen Höhe bewertet wird. Nahtlos daran knüpft andererseits die neue Funktion Atemübungen an. Die Uhr zeigt, wie man sich per Atemübungen entspannen und seinen Stress senken kann. Dazu wird am Bildschirm eingespielt, wie regelmäßig und lange ein- und ausgeatmet werden soll. Das wirkt simpel, erfüllt aber seinen Zweck. Nicht nur die App bewertet das Stresslevel besser, auch als Nutzer fühlte ich mich entspannter.

Wieder ein kleines Wunder

Die Huawei Watch GT 2 ist eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers. Einziges Minus ist für mich weiter die fehlende Möglichkeit, selbst Apps zu installieren. Wobei ich selbst die Möglichkeit nicht nutzen würde und privat eine solche Smartwatch mit vorinstallierten Anwendungen bevorzuge. Davon abgesehen hat die Uhr ihre Stärken gehalten oder ausgebaut. Wieder ist die Watch GT 2 ein Akkuwunder, das zwei Wochen oder sogar mehr durchhält.

Durch das neue Design hat sich die Watch nun auch zu einem echten Hingucker entwickelt, vor allem das kleinere Modell gefällt. Mit Rudern und Crosstrainer kamen zwei neue Sportarten dazu, die wirklichen Highlights sind aber die neuen Coachingfunktionen bei Stress und Atemübungen für mehr Entspannung. Damit ist die Huawei Watch GT 2 nicht nur der perfekte Begleiter beim Sport, sondern nun auch im Alltag.

Nav-AccountCreated with Sketch. rfi TimeCreated with Sketch.| Akt:
ReviewDigitalMultimediaHuaweiHuawei

ThemaCreated with Sketch.Mehr zum Thema

CommentCreated with Sketch.Kommentieren