Zu dem tragischen Zwischenfall einer Bundesheerübung, bei der am Dienstag ein Unteroffizier ums Leben kam, sind die beiden Überlebenden nicht mehr in Lebensgefahr. Das Heliokpter-Wrack wurde am Mittwoch ins Tal geflogen.
Der schwerverletzte 35-jährige Unteroffizier aus Niederösterreich sei noch am Dienstag operiert worden, bei der aus dem selben Bundesland stammenden 28-jährigen Pilotin war für Mittwoch eine Operation vorgesehen.
Zu den Verletzungen der beiden Soldaten wurden "aus Gründen des Respekts" keine Angaben gemacht. Es wurde aber bereits mit ihnen über den Absturz gesprochen.
Zu dem Unglück war es in rund 2.000 Metern Höhe in den Tuxer Voralpen gekommen. An Bord befanden sich drei Besatzungsmitglieder. Der Hubschrauber befand sich im Rahmen der Bundesheerübung (Kosten: rund vier Mio. Euro) auf einem Beobachtungsflug und war zum Unglückszeitpunkt nicht in einer Staffel unterwegs. Daher sei auch noch nicht bekannt, aus welcher Höhe der Helikopter zu Boden stürzte, hieß es. Plötzlich verlor der Hubschrauber an Höhe und landete hart am Boden.
Unfall in gebirgigem Gelände
Bei dem Unfall starb eines der Besatzungsmitglieder, ein 33-jähriger, niederösterreichischer Unteroffizier, die beiden anderen, ebenfalls Niederösterreicher, wurden schwer verletzt. Bei den Schwerverletzten handelt es sich um zwei weitere Unteroffiziere, eine 28-jährige Frau sowie einen 35-jährigen Mann, erklärte Ministeriumssprecher Michael Bauer. Die beiden schwerverletzten Besatzungsmitglieder befanden sich am Mittwoch nicht in Lebensgefahr. Der 35-Jährige war noch am Dienstag operiert worden, die Operation an der Pilotin ist für Mittwoch vorgesehen.
Kommission prüft Ursache
Nach dem Absturz hatte die Pilotin den Notruf abgesetzt. Sofort waren ein Notarzthubschrauber und ein ziviler Rettungshubschrauber auf dem Weg zur Unfallstelle. Zudem sei eine Flugunfallkommission eingesetzt worden, um den genauen Unfallhergang zu klären. Über den Grund der "harten Landung" und aus welcher Höhe der Hubschrauber aufgesetzt habe, war nämlich vorerst nichts bekannt. Der Unfallort befand sich im gebirgigen Gelände.
Das Heliokpter-Wrack soll noch am Mittwoch ins Tal gebracht werden. Das Wrack werde vorerst in eine Tiroler Kaserne gebracht, damit es untersucht wird. Ein Erstbericht wird in den nächsten Tagen erwartet. Die Flugunfallkommission nahm am Dienstag ihre Arbeit vor Ort auf, teilte das Verteidigungsministerium in einer Aussendung mit. "Es wird alles vom Start bis zum Absturz rekonstruiert", sagte Oberst Michael Bauer. Bis zur endgültigen Klärung der Unfallursache könne es aber einige Zeit in Anspruch nehmen.
Verteidigungsminister an Unfallstelle
Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, befand sich Minister Gerald Klug (SPÖ) am Dienstagnachmittag auf dem Weg zur Unfallstelle. "Unsere Gedanken sind jetzt bei den beiden verletzten Kameraden. Den Angehörigen des Verstorbenen möchte ich unser tief empfundenes Beileid und unsere Anteilnahme aussprechen.", so der Verteidigungsminister.
Heeresübung wurde abgebrochen
An der größten Bundesheerübung des Jahres, die vom 10. bis 18. Juni in Tirol und Vorarlberg über die Bühne geht, nehmen 5.500 Soldaten, 39 Panzer-, neun Luftfahrt- und 400 sonstige Heeresfahrzeuge teil. Die "Schutz 2014" wurde wegen des Vorfalls sofort abgebrochen.
OH-58 B "Kiowa"
Beim betroffenen Hubschraubertyp, OH-58 B "Kiowa", handelt es sich nach Heeresangaben um einen bewaffneten, leichten Verbindungshubschrauber. Er besitzt einen Zweiblatt-Haupt- und Heckrotor mit freiliegender Heckrotorwelle, ein Kufenlandegestell und ist mit einem Turbinentriebwerk ausgerüstet. Der Hubschrauber ist für fünf Personen zugelassen. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h und hat eine Reichweite von 450 Kilometer. Bewaffnet ist die Maschine mit einem sechsläufigem Maschinengewehr Kaliber 7,62 Millimeter. Herstellungsland sind die USA.
Die schlimmsten Unfälle mit Helis in Österreich
17. Juni 2014: Bei einer Bundesheerübung in der Wattener Lizum in Tirol stürzt ein Hubschrauber ab. Ein Besatzungsmitglied stirbt, die beiden anderen werden verletzt.
5. April 2014 - In der oberösterreichischen Gemeinde Kirchham stürzt am Abend ein Helikopter in ein unwegsames Waldstück. Der Pilot stirbt, seine zwei Passagiere werden schwer verletzt.
30. März 2011 - Ein Hubschrauber der Flugpolizei stürzt in Tirol in den Achensee. Alle vier Insassen - drei Tiroler und ein Schweizer - kommen ums Leben. Da der zweimotorige Eurocopter 135 im Wasser versinkt, dauert es zwei Tage, bis alle Leichen geborgen sind. Das Wrack wird erst nach knapp zwei Wochen gehoben.
23. Juli 2010 - Im Gebiet von Dienten/Maria Alm bei der Bergstation auf dem Gabühel (Bundesland Salzburg) stürzt ein Hubschrauber ab, der für einen Materialtransport im Einsatz stand. Der erfahrene Schweizer Pilot kommt ums Leben.
10. März 2009 - In der weststeirischen Bezirkshauptstadt Deutschlandsberg stirbt beim Absturz eines Hubschraubers des Innenministeriums der 39 Jahre alte Pilot. Ein 49 Jahre alter Polizist und ein Bergretter (52) werden schwer verletzt.
9. Februar 2008 - Beim Absturz ihres privaten Hubschraubers im Toten Gebirge in der Obersteiermark kommen zwei oberösterreichische Piloten ums Leben.
5. März 2007 - Beim Zusammenstoß eines Lastenhubschraubers vom Typ Super Puma mit einem zweisitzigen Leichtflugzeug DA20 Katana in der Nähe von Zell am See kommen acht Menschen ums Leben. Beide Piloten hatten vor dem Unglück gesundheitliche Probleme.
10. September 2006 - Der Absturz eines Hubschraubers im Gemeindegebiet von St. Florian am Inn in Oberösterreich fordert zwei Todesopfer. Bei ihnen handelt es sich um einen Fluglehrer und seinen Schüler.
25. Februar 2004: Ein Todesopfer und drei Verletzte fordert der Absturz eines Helikopters in St. Johann/Alpendorf im Pongau (Salzburg). Eine deutsche Skiurlauberin an Bord kommt ums Leben. Ein Notarzt und ein Sanitäter werden schwer, der Pilot leicht verletzt. Der Absturz ereignet sich kurz nach dem Start vor den Augen des Mannes der Urlauberin.