Österreich

Hüft-OPs: Langer Aufenthalt in städtischen Spitälern

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:04

Bei Knie- und Hüft-Operationen bleiben Patienten überdurchschnittlich lang im Spital - wenn sie auf der Orthopädie von Krankenhäusern des Krankenanstaltenverbunds (KAV) untergebracht sind -, kritisiert der Stadtrechnungshof.

Bei Knie- und Hüft-Operationen bleiben Patienten überdurchschnittlich lang im Spital – wenn sie auf der Orthopädie von Krankenhäusern des Krankenanstaltenverbunds (KAV) untergebracht sind –, kritisiert der Stadtrechnungshof.
Der Stadtrechnungshof prüfte, wie lange Patienten beim Einsetzen von Knie- oder Hüftprothesen im Krankenhaus bleiben – also die Verweildauer. Anlass: Ein ehemaliger Patient der Orthopädie des Donauspitals hatte sich im Februar 2015 beschwert. Der Patient war für die Implantation von Knie- und Hüftendoprothesen 14 Tage stationär aufgenommen – während Verwandte für gleiche medizinische Leistungen nur neun Tage in anderen Spitälern aufgenommen waren.

2016 prüfte der Stadtrechnungshof den Zeitraum 2013 bis 2015 in den Orthopädien der Wiener Städtischen Krankenhäuser. In diesem Zeitraum gingen die stationären Aufnahmen um sieben Prozent zurück, während Eintagespflegen zum Teil Zuwächse um 23 Prozent verzeichneten.

Weiteres Ergebnis: Im Durchschnitt waren die Patienten bei einer Hüft- oder Knie-Totalendoprothese 69 Jahre alt. Präoperative Verweildauer: 1,8 Tage, die postoperative Verweildauer betrug im Schnitt 13,4 Tage.

5 Tage längere Verweildauer in KAV-Spitälern

Spannend ist der Vergleich von KAV-Orthopädien mit anderen Trägerorganisationen: Während Patienten bei Operationen mit Hüft-Totalendoprothesen 2015 im Schnitt 15,4 Tage auf einer Orthopädie des Krankenanstaltenverbunds (im Otto-Wagner-Spital waren es sogar 17,3 Tage!) blieben, waren es bei anderen Träger-Organisationen nur 10,2 Tage.

Ähnlich gestalten sich die Zahlen bei der Verweildauer bei Knie-Totalendoprothesen: In KAV-Orthopädien lag die Verweildauer der Patienten im Schnitt bei 15,8 Tagen (im Otto-Wagner-Spital bei 18,6 Tagen!), bei anderen Träger-Organisationen nur bei 10,2 Tagen.

Laut Stadtrechnungshofbericht kam es zu den häufigen längeren stationären Aufenthalten auch, weil der Operationstermin oft neu festgesetzt wurde. "Weiterführende Erhebungen ergaben, dass im Jahr 2015 mehr als 25 % der im Otto-Wagner-Spital an Hüft- und Knie-Totalendoprothesen operierten Patientinnen bzw. Patienten von kurzzeitigen Unterbrechungen (sogenannten "Beurlaubungen") betroffen waren. Begründung des Abteilungsvorstands: Langzeitkrankenstände und die Umsetzung der arbeitszeitrechtlichen Regelungen.

Empfehlungen des Stadtrechnungshofs: Die präoperative Verweildauer auf einen Belagstag zu kürzen. Für das Otto-Wagner-Spital empfiehlt der Stadtrechnungshof, "Maßnahmen zu setzen, welche die Aufnahme von Patienten mit zwischenzeitlicher Beurlaubung unterbinden". Außerdem werden "einheitliche Unternehmensstandards" empfohlen.

KAV: "Vielfältige Ursachen" für längere Verweildauer

Vom KAV heißt es, dass die Ursachen für die im Schnitt längeren Verweildauern vielfältig seien, etwa – "weitere Untersuchungen trotz mitgebrachter OP-Freigaben, Überbrücken des Wochenendes für Montags-OPs, OP-Verschiebungen durch akut eingeschobene OPs, Personalausfälle im Vorfeld; nach den OPs: Probleme bei der Wundheilung, Warten auf weitere Nachbetreuung außerhalb des Spitals und andere". Man betont: "Der KAV hat bereits in der Vergangenheit viele Ansatzpunkte identifiziert und Maßnahmen gesetzt, um die Verweildauern zu verkürzen, allen voran zwei Projekte dazu. Beide hatten eine Senkung der Verweildauern zur Folge, der KAV wird allerdings auch die vom Stadtrechnungshof empfohlenen weiteren Maßnahmen aufgreifen."

 

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