Österreich

Hund ertränkt: Frau will abgenommene Tiere zurück

Heute Redaktion
13.09.2021, 20:53

Weil er schlimm war, band eine 64-Jährige ihrem Terrier-Mischling einen Stein um den Hals und warf ihn ins Pool. Die Frau legte jetzt Beschwerde gegen ihr Tierhalteverbot ein.

Gänsehaut-Verhandlung gestern am Landesverwaltungsgericht St. Pölten: Eiskalt schilderte die Tierbesitzerin ihre Tat vom 17. November 2017 im Bezirk Tulln: Weil der Terrier-Mischling wieder einmal den Hendln nachjagte, reichte es der Rentnerin. Sie legte vorab Kette und Stein neben das Pool, fing den Vierbeiner mühevoll nach einer Stunde ein und ertränkte ihn im 5 Grad kalten Schwimmbecken: „Nach zehn Minuten habe ich ihn hochgeholt und beerdigt."

Warum sie den Hund nicht abgegeben habe, wollte der Richter wissen. „Die Vermittlungsdame nahm ihn nicht zurück, ich war verzweifelt."

"Es war ein bösartiges Beißen"

Sie habe "den schwarzen Hund" wenige Wochen vor der Tat adoptiert, damit "mein kleiner Hund einen Spielgefährten hat".

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Ihr sei zuvor von der Vermittlerin zugesichert worden, dass es keine Probleme geben werde: "Aber es kam alles anders. Der Hund hat meine Katzen aus dem Haus gejagt, meine Hühner verfolgt, meine anderen drei Hunde gebissen. Es war ein bösartiges Beißen." Mit dem Stress soll der Rudel nicht zurechtgekommen sein: "Meine Wolfshündin hat epileptische Anfälle bekommen."

Kampf gegen Tierhalteverbot

Mit Rechtsbeistand Ewald Stadler kämpft die Frau gegen das ausgesprochene Tierhalteverbot. Drei abgenommenen Hunde, davon zwei Wolfshunde, sollen zur Frau zurück. Die Entscheidung des Gerichts ergeht schriftlich. Stadler: "Es hat zuvor nie Beanstandungen gegeben. Und ein Verfahren hat es überhaupt nur aufgrund des Geständnis meiner Mandantin gegeben."

Beim Strafprozess war die Frau mit einer Diversion (1.300 € Geldbuße) glimpflich davongekommen („Heute" berichtete). (wes)