Im Niederbipper Wald (Schweiz) wurde ein angebundener Hund gefunden, daneben ein Schild: "Ich bin Gina, bin anderthalbjährig. Gratis." Die Empörung auf Social Media ist groß.
Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile auf Facebook: Am letzten Montag wurde im Wald ein ausgesetzter Hund gefunden, der an einem Baum angebunden war. Neben ihm ein Schild mit der Botschaft: "Ich bin Gina, bin anderthalbjährig. Gratis."
Der Aufschrei in der Kommentarspalte ist groß. "Was gibt es für herzlose Menschen, die einem treuen Hund so etwas antun", schreibt eine Userin. Eine andere meint: "Da kommen mir gerade Tränen. Traurig und wütend!" In vielen weiteren Kommentaren wird der Besitzer des Tiers mit Beleidigungen und bösen Wünschen eingedeckt.
Hund ist wohlauf
Thomas Reber, Geschäftsleiter der Gemeinde Niederbipp, bestätigt gegenüber der "Berner Zeitung" den Vorfall: "Ein Ehepaar ist bei einem Spaziergang auf den Hund gestoßen. Es geht ihm gut, er ist in dessen Obhut."
Das Finderpaar habe den Hund vorübergehend bei sich zu Hause aufgenommen. Ob es ihn behalten oder zur Weitervermittlung ins Tierheim bringen werde, sei noch unklar, sagt Reber zu 20 Minuten. Der Hund sei offenbar nicht gechippt, wie Abklärungen beim Tierarzt ergeben hätten.
Polizei ermittelt
Auch Reber zeigt sich betroffen ob des Vorfalls: "Man will sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn sie ihn nicht gefunden hätten." Dass Tiere ausgesetzt werden, komme immer wieder mal vor, sagt er weiter. "Aber doch nicht auf diese Weise."
Tierschützer sind genauso entsetzt. "So etwas kann es eigentlich gar nicht geben – und passiert trotzdem", sagt Christian Egli vom Tierschutzverein Oberaargau. Dass herrenlose Hunde umherirrten, komme ab und an vor. "Dass ein Hund angebunden im Wald zurückgelassen wird, habe ich aber noch nie erlebt", so Egli.
Bei der Kantonspolizei Bern ging gestützt auf den Facebook-Post eine Meldung ein. Man wisse zudem, dass sich der Hund derzeit bei Privatpersonen befinde, so Sprecherin Jolanda Egger. Für alles Weitere sei es aber noch zu früh: "Wir haben Abklärungen eingeleitet, befinden uns dabei jedoch noch am Anfang."
(red)