Hundebesitzerin soll jetzt 150.000 Euro zahlen

Am Montag wird Lydia W. in Wien der Prozess gemacht. Nun ist ein neues Gutachten eingelangt. Den Eltern des von ihrem Rottweiler totgebissenen Kindes stehen demnach 150.000 Euro zu.

"Meine Klienten sind noch immer am Boden zerstört", sagt Anwältin Astrid Wagner. 227 Tage nach der tödlichen Biss-Attacke, durch die einer jungen Familie das Liebste genommen wurde, muss sich die Hundehalterin am Montag vor Gericht verantworten.

Der Psychiater Pius Prosenz hat die Seele der Familie nun eingehend durchleuchtet, um die Schmerzensgeldforderung in Zahlen gießen zu können. "Doktor Prosenz kam auf einen Betrag von rund 150.000 Euro", sagt Wagner. "7.000 Euro hat die Versicherung der Verdächtigen im Voraus überwiesen – das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein."

Doch wie setzt sich die Summe eigentlich zusammen? Für Waris' Mama und Papa sowie die beiden Großeltern (der Opa zog das Enkerl noch aus dem Maul von "Joey") kam man je auf 145 Tage mittlere Schmerzen (à 220 Euro) und elf Tage schwere Schmerzen (à 330 Euro). Waris musste vor seinem Tod noch 21 Tage im Donauspital Qualen erleiden (wird mit je 400 Euro abgegolten) – das macht insgesamt ca. 150.000 Euro.

Die gebeutelte Familie des Buben will keinen Profit aus dem Verlust schlagen. "Sie möchten alles spenden, waren gerade in Indien, um armen Kindern Schulmaterial zu kaufen", sagt Wagner. Waris' Papa Raman C. zu "Heute": "Ich hoffe, dass es Waris im Himmel Freude bereitet, wenn andere Kinder gerettet werden können. Mich und meine Frau gibt es innerlich ohnehin nicht mehr."

Der Hundehalterin drohen drei Jahre Haft. Sie war ohne Beißkorb mit 1,4 Promille intus unterwegs und redet sich nun auf einen nicht geeichten Alkomaten aus. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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