Hunderte Frauen vergewaltigt: Blauhelme schauten zu

Bild: Jason Patinkin (AP)

Am 11. Juli stürmten Soldaten der Regierung im Südsudan einen Hotelkomplex in Juba, der Hauptstadt. Dabei starb ein Menschen, es kam zu Gewalt und Massenvergewaltigungen - an Zivilisten und Mitarbeitern internationaler Organisationen. Einige Personen schafften es, die Uno-Soldaten zu informieren, oder sich sogar zu ihnen zu flüchten. Doch die Blauhelme sollen nichts unternommen haben.

Am 11. Juli stürmten Soldaten der Regierung im Südsudan einen Hotelkomplex in Juba, der Hauptstadt. Dabei starb ein Menschen, es kam zu Gewalt und Massenvergewaltigungen - an Zivilisten und Mitarbeitern internationaler Organisationen. Einige Personen schafften es, die  Uno-Soldaten zu informieren, oder sich sogar zu ihnen zu flüchten. Doch die Blauhelme sollen nichts unternommen haben. 

Die UN-Soldaten sind im Rahmen der Mission "Unmiss" im Südsudan stationiert. Dort sollen sie eigentlich genau das verhindern, was ihnen jetzt vorgeworfen wird. UN-Chef Ban Ki-moon ist "besorgt", wie er am Mittwoch in New York sagte. Er will den Vorwürfen auf den Grund gehen. 

Vier Stunden Hölle: Soldaten feuerten sich bei Vergewaltigungen an

Soldaten sollen den Komplex gestürmt haben, danach durchlebten die Bewohner vier Stunden lang die Hölle. Ein Lokaljournalist überlebte den Angriff laut AP nicht. Helfer wurden ausgeraubt, vergewaltigt und geschlagen. "Er sagte mir, ich müsse Sex mit ihm haben, sonst müsste ich Sex mit allen anderen Soldaten haben", schildert eine Überlebende dem englischen "Guardian". Die Frau wurde laut ihren Angaben trotzdem mehrfach vergewaltigt. Soldaten sollen sich bei den Massenvergewaltigungen gegenseitig angefeuert haben. Wer nicht gehorchte, wurde geschlagen. Ein Soldat soll neben dem Kopf einer Frau in den Boden geschossen haben, um sie gefügig zu machen. Die Soldaten raffen alles, was Wert hatte zusammen und plünderten den Komplex. 

Anrufe, SMS und ein Flüchtender: Blauhelme taten nichts

Einige der Bewohner sollen es geschafft haben, hohe Beamte der "Unmiss"-Mission per Telefon zu erreichen. Auch verzweifelte SMS wurden geschickt, eine Person schaffte es, ins UN-Lager zu fliehen. Doch die UN-Soldaten schickten keine Hilfe, wie Human Rights Watch (HRW) laut "Spiegel" berichtet. 

 
Zur Zeit sind 13.500 Blauhelme im Südsudan stationiert. Am Freitag wurde beschlossen, dass 4.000 weitere Soldaten in die Gegend geschickt werden. 

Ende Juli begannen im der Region wieder Kämpfe, davor herrscht nach einem Friedensvertrag ein Jahr lang relative Ruhe. Präsident Salva Kiir gehört zur Volksgruppe der Dinka. Ihm gegenüber steht Rebellenführer Riek Machar, der ein Nuer ist. Laut Human Rights Watch richten sich die Angriffe der Regierungs-Soldaten gezielt gegen andere Volksgruppen. Es sollen bereits mehr als 300 Menschen gestorben sein. 

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