Dramatische Funde an der argentinischen Atlantikküste: Im Gebiet um Puerto Madryn und die Halbinsel Valdés, einem wichtigen Fortpflanzungsgebiet für südliche Glattwale, wurden binnen weniger Wochen Hunderte tote Walkälber entdeckt.
Noch in dieser Woche wurden wieder Dutzende Jungtiere tot an die Strände der Provinz Chubut gespült. Bereits im Juni waren Forscher wegen erster Fälle alarmiert worden.
Wie der Spiegel unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtet, nannte der Meeresbiologe Mariano Coscarella vom argentinischen Forschungsinstitut Conicet eine bakterielle Infektion als wahrscheinlichen Grund für das massenhafte Sterben.
Tierärzte fanden demnach heraus, dass der Tod der Walkälber wahrscheinlich auf Wundrose (medizinisch Erysipel) zurückzuführen sei. Dabei handelt es sich um eine ernste bakterielle Hautinfektion, die Schmerzen und Fieber hervorrufen kann.
Laut Coscarella "scheint es sich um eine natürliche Ursache zu handeln". Den Einfluss menschlicher Aktivitäten schloss er dennoch "nicht gänzlich" aus. Die Regionalregierung von Chubut arbeite eng mit den Wissenschaftlern zusammen, um das Rätsel zu lösen.
Die Meeressäuger erreichen eine Länge von bis zu 17 Metern und wiegen im Schnitt 40 Tonnen - etwa so viel wie vier Elefanten. Im vergangenen Jahr wurden in dem Gebiet 2110 Wale gezählt, darunter 800 Kälber. In diesem Jahr sind es nur 1375 Tiere mit knapp 400 Kälbern.
Die Walpopulation der Region sieht der Forscher Coscarella durch die jüngsten Todesfälle aber nicht gefährdet. Angesichts der durchschnittlichen Lebenserwartung des südlichen Glattwals von gut 60 Jahren seien die Todesfälle "keine mittelfristige Gefahr".