Es ist ein bewegender Moment, als am Samstagnachmittag kurz nach halb zwei ein mehrere hundert Meter langer Rad-Tross in Wetzikon aufbricht. Über 700 Personen haben sich für den "Memorial Ride" zu Ehren von Gino Mäder angemeldet, es dürften aber noch einige mehr sein, welche die gut 25 Kilometer zur offenen Rennbahn in Oerlikon in Angriff nehmen.
Durch die an jeden Teilnehmenden verteilten Gino-Aufkleber ist der verstorbene Rad-Profi bei seiner letzten Fahrt nicht nur in den Köpfen sondern auch auf den Velos aller mit dabei. Gegen 15.30 Uhr treffen die ersten in Oerlikon ein, darunter auch zahlreiche Schweizer Rad-Profis wie Stefan Küng, Marlen Reusser, Marc Hirschi oder Silvan Dillier. Als wenig später die Abschiedszeremonie beginnt, haben sich deutlich über 1000 Personen auf der Rennbahn versammelt.
Applaus zum Schluss
In einer Kurve hängen mehrere Plakate, auf einem Banner steht "Curva Gino" geschrieben. An diesem Ort platzieren ehemalige und aktuelle Teamkollegen sowie befreundete Rad-Profis Trikots, die sie mit einem gemeinsam mit Mäder erlebten Moment verbinden.
Zu Beginn der Abschiedszeremonie wird auf das Leben, die Karriere und die Erfolge des Berners zurückgeblickt. "Er war ein Star, der keiner sein wollte", heißt es. Richtig emotional wird es schließlich, als ein Brief von Mäders Freundin vorgelesen wird. "Nie mehr deine quietschenden Bremsen hören, nie mehr deine Schritte mit Veloschuhen auf dem Steinboden", schreibt sie darin. Die Abschiedszeremonie endet mit minutenlangem Applaus.
Mäder, der zu den besten Radfahrern des Landes gehörte, war am 15. Juni auf der 5. Etappe der Tour de Suisse schwer gestürzt. Einen Tag später erlag der 26-Jährige seinen Verletzungen. Wie nun bekannt wurde, wäre der Rundfahrtenspezialist von seinem Team Bahrain Victorious für die am 1. Juli beginnende Tour de France eingeplant gewesen.