Hungerstreik! Sorge um Timoschenko wächst

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Die inhaftierte ukrainische Oppositionsführerin Juli Timoschenko ist nach Angaben ihres Anwalts in einen Hungerstreik getreten. Timoschenko habe erklärt, dass sie keine Nahrung mehr zu sich nehme, sagte ihr Anwalt. Jetzt mehren sich Stimmen aus der EU, aber auch aus dem Europarat, Timoschenko doch durch unabhähngige Ärzte untersuchen zu lassen.
ist nach Angaben ihres Anwalts in einen Hungerstreik getreten. Timoschenko habe erklärt, dass sie keine Nahrung mehr zu sich nehme, sagte ihr Anwalt. Jetzt mehren sich Stimmen aus der EU, aber auch aus dem Europarat, Timoschenko doch durch unabhähngige Ärzte untersuchen zu lassen. Die Ukraine hat jetzt Berliner Ärzte um Hilfe gebeten.

Die 51-Jährige, die unter schweren Gesundheitsproblemen leidet, protestiere damit gegen ihre Behandlung durch das Personal der Haftanstalt und durch Ärzte.

Timoschenko war im vergangenen Oktober wegen Amtsmissbrauchs in ihrer Zeit als Ministerpräsidentin zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Grund war ein 2009 mit Russland geschlossenes Gasgeschäft mit Russland. Die Europäische Union hatte die Inhaftierung Timoschenkos, die bei der Präsidentschaftswahl 2010 gegen ihren Erzrivalen Viktor Janukowitsch unterlag, als politisch motiviert kritisiert.

Vergangene Woche hatte ein weiteres Verfahren gegen Timoschenko wegen Veruntreuung und Steuerhinterziehung in ihrer Zeit als Chefin eines staatlichen Energiekonzerns mit Voranhörungen begonnen. Wegen ihres schlechten Gesundheitszustands nahm die 51-Jährige nicht daran teil.

Europarat appelliert an Ukraine

Nach Russland und der Europäischen Union hat sich auch der Europarat "äußert besorgt" über den Gesundheitszustand der früheren ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko geäußert. Timoschenkos Hungerstreik werde ihre ohnehin angeschlagene Gesundheit weiter verschlechtern, warnte der Vorsitzende der Parlamentarier-Versammlung des Europarats, Jean-Claude Mignon, am Dienstagabend in Straßburg.

Ukraine bittet deutsche Ärzte um Hilfe

Die Ukraine hat Deutschland offiziell darum gebeten, Timoschenko von deutschen Ärzten behandeln zu lassen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Kiew sagte am Mittwoch, die Ukraine habe die deutsche Regierung um ihre Mithilfe gebeten, um Ärzten der Berliner Charité eine weitere Reise in die Ukraine zur Untersuchung und Behandlung von Timoschenko zu ermöglichen.
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