"Hunter's Arena: Legends" im Test – Vertane Chance

"Hunter’s Arena: Legends" bietet ein tolles Art-Design und spannende Kämpfe, scheitert jedoch letztlich an den eigenen Ansprüchen. Der Test.

Am PC durften Spieler schon länger im Early Access Erfahrungen mit "Hunter’s Arena: Legends" machen, mit den PS-Plus-Games im August kamen auch PlayStation-Spieler erstmals und kostenlos in den Genuss der Battle-Royale-Action aus dem Hause Mantisco. Die Handlung zeigt typischen Fantasy-Stoff: Eine unbekannte Macht ließ Dämonen auf die Welt los, die von Jägern in Form von Spielern bekämpft werden. Weil unter ihnen ein Verräter steckt, können Verbündete dabei schnell zu Feinden werden.

Beim Gameplay zeigt sich "Hunter's Arena: Legends" aber nicht als typisches Battle Royale, in dem jeder jeden bekämpft bis nur einer übrig ist. Das Hauptaugenmerk liegt vielmehr auf einer Trennung von PvE- und PvP-Elementen, bei denen Spieler selber entscheiden, welchen Ansatz sie verfolgen. Wer will, kann einfach die vielen Dungeons des Spiels erkunden und dabei mächtige Bosse auch mit der Verstärkung durch menschliche Mitspieler besiegen, um stärker zu werden und im Rang aufzusteigen.

Schlauer Mix aus Ver- und Misstrauen

Abseits davon kann man aber auch andere, von Spielern gesteuerte Jäger zum Duell auf Leben und Tod fordern, und das durchaus trickreich. Im Solo-Modus etwa können Helfer direkt nach dem Bosskampf dem Spieler eine Falle stellen und versuchen, ihn zu meucheln. Bis zu 30 Spieler können sich in einer Spielrunde tummeln, die auch von zahlreichen KI-Feinden bevölkert wird, dazu kommen noch dezidierte PvP-Modi wie ein Kampf zwischen Teams aus jeweils drei Spielern oder ein Versus-Modus, bei dem zwei Spieler mit jeweils zwei Jägern gegen einen anderen antritt.

Das Herzstück aller Modi ist der Kampf, und hier machen die Entwickler fast alles richtig: Blitzschnelle Reaktionen sind gefragt, denn Angriffen kann nicht nur ausgewichen werden, sie können auch pariert und gekontert werden. Dazu kommen noch eindrucksvolle Kombos, komplexe Schwachstellen-Knockdowns und allerlei Boden- und Luftkampf-Manöver. Da Aktionen wie Laufen und Ausweichen auch an einer Ausdauerleiste nagen, kommen dabei zwangsläufig Erinnerungen an "Soulslikes" auf. Allzu komplex wird der Kampf, der an eine Mischung aus "For Honor" und "Sekiro: Shadows Die Twice" erinnert, nicht.

Bei der Auswahl zu viel des Guten

Dennoch dauert es einige Zeit, bis man sich an die Mechaniken des Spiels gewöhnt hat – etwa, dass einige Angriffe nicht geblockt, andere nur pariert und wiederum andere nur mit perfektem Timing ausgelöst werden können. Zwar bietet der Titel die Wahl zwischen 17 (!) verschiedenen Jägern, schnell wird man sich aber auf eine Klasse festlegen, da das ständige Umlernen der Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten sowie der jeweils fünf Spezialfähigkeiten und der einzigartigen Spezialattacke bei so vielen Figuren einfach zu sehr aus dem Konzept bringt. 

Gekämpft wird mit so gut wie allem, was man aus Shootern, Rollenspielen und Prüglern kennt, mal kommen nur die Fäuste, mal Schwerter, mal Schießeisen und mal Magie. Jeder Charakter kann zudem mit Items und Kostümen eingehend umgestaltet werden, statt einer Keule schwingt da ein Barbar im Glitzeroutfit auch gerne eine Disco-Kugel. Geld dazu wird zwischen den Runden ausgegeben. In den Runden selbst startet jeder Spieler auf Level 1 und muss anfangs versuchen, durch das Töten von KI-Feinden schnell stärker zu werden.

Scheitert an den eigenen Ansprüchen

Menschlichen Spielern geht man anfangs dagegen lieber aus dem Weg, wenn man kann. Schließlich braucht man sie aber auch zum Besiegen der Bosse, die alleine eine enorme Herausforderung wären, aber umso mehr Erfahrungspunkte und Beute sammeln lassen. Items und Boni kann man zudem bei Händlern in der Spielwelt kaufen. Dann geht es aber ans Eingemachte: Man muss jederzeit auf der Hut sein, wann einer der anderen Jäger entscheidet, den Kampf gegen seine Mitspieler zu eröffnen. Schließlich zwingt auch die schrumpfende Karte dazu, ums Überleben zu kämpfen.

Animationen der Figuren wirken etwas starr und manchmal stottern sie, gerade im Kampf verwaschen die Hintergründe immer wieder, trotzdem ist die Grafik streckenweise enorm schön anzusehen. Viele Details in der Spielwelt und ein tolles Art-Design überzeugen. Spielerisch aber gibt es Mankos: Die Hitboxen der Figuren sind oft nicht nachvollziehbar, einige Charaktere zeigen sich deutlich überlegen und die Preise für Ingame-Einkäufe sind enorm. Gerade der Mix aus Survival und Battle Royale gefiel im Test hervorragend, allerdings scheitert das Game (bisher?) an seinen eigenen Ansprüchen. Jäger, Attacken, Manöver, Klasse statt Masse wäre hier wünschenswert gewesen.

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