Hüttenwirt nach Tiroler Todeslawine: "Kann nur warnen"

Serien-Lawinenabgänge in Tirol: 20 Lawinen gingen bis zum frühen Samstagnachmittag ab, die meisten blieben harmlos. Drei Lawinen auf dem Junsjoch in der Wattentaler Lizum sorgten aber für ein Drama. 17 tschechische Wintersportler wurden von den Schmeemassen verschüttet, fünf davon getötet. Der Hüttenwirt hatte die beiden Gruppen vor dem Aufbruch gewarnt. Die Alpinpolizei geht davon aus, dass die Lawinenabgänge nicht von Menschenhand verursacht worden sind.

Serien-Lawinenabgänge in Tirol: 20 Lawinen gingen bis zum frühen Samstagnachmittag ab, die meisten blieben harmlos. Drei Lawinen auf dem Junsjoch in der Wattentaler Lizum sorgten aber für ein Drama. 20 tschechische Wintersportler wurden von den Schmeemassen verschüttet, fünf davon getötet. Der Hüttenwirt hatte die beiden Gruppen vor dem Aufbruch gewarnt. Die Alpinpolizei geht davon aus, dass die Lawinenabgänge nicht von Menschenhand verursacht worden sind.

Eine große Lawine und zwei kleinere Lawinen lösten sich gerade in dem Moment ab, als zwei Gruppen tschechischer Wintersportler samt Bergführern in dem Gebiet unterwegs waren. Diese hatten angesichts des mehrere Hundert Meter breiten Lawinenkegels keine Chance und wurden unter den Schneemassen begraben.

Einige Verschüttete - darunter drei Frauen - konnten sich selbstständig wieder befreien, für fünf Menschen kam jede Hilfe zu spät. Die kurz nach 12 Uhr alarmierten Rettungskräfte gaben an, die Toten im Alter zwischen 33 und 37 Jahren aus dem Schnee geborgen zu haben. Unter ihnen waren auch die zwei Bergführer. Am Sonntag waren alle Toten identifiziert, die Angehörigen wurden verständigt.

Zwei Verletzte verließen Spital

Eine 36-Jährige und ein 30-Jähriger wurden leicht verletzt ins Spital gebracht, konnten dieses jedoch bereits wieder verlassen.

Wie am Sonntag bekannt wurde, waren alle Wintersportler mit Airbags und Lawinensuchgeräten ausgestattet, was aufgrund der großen Schneemenge nicht viele genutzt hat.

Im Einsatz standen drei Bergrettungen der Ortsstellen Tux, Wattens und Mayrhofen, zahlreiche Lawinenhunde, zwei Notarzthubschrauber, ein Hubschrauber des Innenministeriums und einer des Bundesheers sowie zahlreiche Einsatzkräfte der Blaulichtorganisationen.

Trotz Warnung aufgebrochen

Hüttenwirt Anton Nigg, von dessen Hütte die Skitourengeher aufgebrochen waren, hatte die Sportler noch vor der extremen Lawinengefahr (Stufe 3) gewarnt - die Gruppen waren trotzdem aufgebrochen. Er könne nur warnen und niemanden etwas verbieten, sagte Anton Nigg gegenüber "orf.at".

Die Ermittlungen der Polizei laufen, am Ende wird der Bericht der Staatsanwaltschaft Innsbruck übermittelt.

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