Die sogenannten "Hydration Breaks" zählen seit der Weltmeisterschaft zu den umstrittensten Themen im Fußball. Eigentlich sollen die Trinkpausen die Spieler bei großer Hitze schützen. Viele Fans sehen darin inzwischen aber vor allem zusätzlichen Kommerz. Schließlich wurden die Unterbrechungen bei der WM sogar in klimatisierten Stadien – etwa in Dallas – eingelegt.
In Österreich gibt es die Trinkpause derzeit nicht automatisch bei jedem Bundesligaspiel. Sie wird nur dann angeordnet, wenn die Wetterbedingungen es erforderlich machen. "Heute" hat sich bei den Trainern der Bundesliga umgehört, wie sie die Diskussion sehen.
Markus Mader, Trainer von Austria Lustenau, würde die Trinkpausen grundsätzlich beibehalten, sieht aber Verbesserungspotenzial. "Ich finde die Pause ist zu lange, aber ich würde sie beibehalten, weil es als Sportler einfach wichtig ist, dass man Flüssigkeit zu sich nimmt. Zusätzlich kannst du als Trainer Dinge anpassen, aber mir würde eine Minute reichen."
Auch WSG-Tirol-Coach Philipp Semlic spricht sich nur unter bestimmten Voraussetzungen dafür aus. "Bei heißen Bedingungen halte ich es für gut, sonst ist es eher dem Kommerz geschuldet. Als Trainer hast du natürlich einen Vorteil, weil du gut eingreifen kannst. Wenn du weißt, wann genau sie stattfindet, kannst du dich mit deinem Trainerteam auch gezielt darauf vorbereiten."
Für Mario Despotovic, Trainer der SV Ried, ist die Sache ebenfalls klar. "Wenn es sehr heiß ist, macht es schon Sinn, weil wir einen Fußball sehen wollen, der eine gewisse Qualität hat. Sollten die Bedingungen es nicht hergeben, macht es auch keinen Sinn. Da müssen wir flexibel bleiben."
GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer sieht neben den Vorteilen auch einen entscheidenden Nachteil. "Aus taktischer Sicht ist es für den Trainer eine gute Möglichkeit, einzugreifen. Allerdings nimmt er damit die gesamte Spannung aus dem Spiel."
Auch Ognjen Zarić, Trainer des SCR Altach, kann beide Seiten der Diskussion nachvollziehen. "Es ist ein Mittel, wo du eingreifen kannst. Es kann helfen, kurzfristige Veränderungen vorzunehmen. Aber ich kann den Fan verstehen, wenn der das nicht will."