Klaus Liebscher tritt zurück: Er legt seine Funktionen als Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo Alpe Adria und als Chef der Hypo-Task Force zurück. Eine entsprechende vorab-Information des "Standard" wurde der APA am Freitagnachmittag aus Eigentümerkreisen bestätigt.
Klaus Liebscher tritt zurück: Er legt seine Funktionen als Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo Alpe Adria und als Chef der Hypo-Task Force zurück. Eine entsprechende vorab-Information des "Standard" wurde der APA am Freitagnachmittag aus Eigentümerkreisen bestätigt.
Liebscher zieht damit die Konsequenzen aus den Diskussionen rund um die Zukunft der Staatsbank, hieß es. Zwischen der Regierung und dem Task-Force-Vorsitzenden waren zuletzt heftige Unstimmigkeiten entbrannt. Die Regierung hat Liebscher einen externen Berater vor die Nase gesetzt. Zum Nachfolger in der Task-Force bestimmte die Regierungsspitze Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny. Das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden übernimmt vorerst Rudolf Scholten. Der Aufsichtsrat kann sich einen neuen Vorsitzenden wählen, wenn der Eigentümer nichts anderes bestimmt.
Eine Hypo-Bad-Bank muss vor Anfang September da sein, wurde außerdem am Freitag bekannt. Sonst müsste die Krisenbank das erste Halbjahr weiter als normale Bank mit den geltenden Aufsichts-Kapitalvorgaben bilanzieren - und der Staat wieder ein Kapitalloch füllen. ÖVP-Finanzminister Michael Spindelegger meint, es müsste sich bis dahin ausgehen. Sollten Hypo-Anleihegläubiger bluten müssen, wäre der bundesgarantierte Teil ausgenommen.
"Erwarte mir Ergebnisse von Task Force"
Die Hypo-Task Force tagte auch heute wieder. Die viele Milliarden schweren faulen Kredite und Altlasten der Bank sollen in eine "Anstalt" kommen und dort auf Jahre erstreckt abgebaut werden. Ob und wie die Anstalt gebaut ist, daran arbeitet die Task Force, neuerdings mit Hilfe internationalen Berater. "Ich erwarte mir ein Ergebnis der Task Force in der ersten Märzwoche", sagte Spindelegger am Freitag vor Journalisten.
Er sei, ebenso wie Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), offen für die Expertenvorschläge. Spindelegger wies heute den Eindruck zurück, er sei ein Verfechter einer Anstalt: "Ich habe noch gar kein Modell". Ein Insolvenzszenario für die Hypo Alpe Adria sei nicht am Tisch, sagte Spindelegger. "Aber ich sagte schon, es gibt auch keine Tabus".
"Muss man sich spezifisch anschauen"
Auf dem Tisch haben will der für die Hypo zuständige Finanzminister, ob und wie weit Anleihegläubiger bei der Hypo-Abwicklung zur Kasse gebeten werden können. Die Milliardenanleihe allerdings, die mit Bundeshaftung versehen ist, werde "selbstverständlich bedient", so Spindelegger. Was die Anleihen mit Landeshaftung (12,5 Mrd. Euro) betrifft, "muss man sich das spezifisch anschauen".